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RACE-NEWS
26. März 2012
Ironman Melbourne
Nun habe ich auch mein Ironman-Debut bei den Profis erfolgreich gemeistert. Nach 10:03:52 Stunden war ich im Ziel und dabei ein Wenig länger unterwegs als ich gehofft hatte, aber mit dem Rennverlauf bin ich dennoch zufrieden.

Meine Splitzeiten waren: swim 01:04:51 bike 5:21:09 run 3:32:33 total 10:03:52.

Dies erstmal nur die nackten Zahlen. Auf den ersten Blick kein gutes Schwimmen und Radfahren und ein für mich super Marathon. Aber es gibt ja für alles seine Gründe.

Schwimmstart um 7:02 Uhr. Es ist stockfinster. Mit meiner getönten Schwimmbrille kann ich keine 15m weit sehen. Der Startschuss fällt. Zunächst bin ich an den schnellen Mädels um Racehl und Caroline dran, doch nach ca. 150m denke ich, das ist zu schnell und lasse sie ziehen. Einige 100m später seh ich nichts mehr! Die Arme vor mir verschwinden hinter kleinen Wellen im sonst recht ruhigen Ozean, das Führungs-Stand-Up-Paddleboat verschwindet auch immer weiter bis ich es schließlich nicht mehr sehen kann. Dann stelle ich fest, dass ich irgendwo im nirgendwo schwimme. Also warte ich auf die nächste Athletin hinter mir und wir schwimmen zusammen. Mal 10 Züge Brust, dann wieder 30 Züge Kraul, erneut 5 Züge Brust. So ist es schwer, einen Rhythmus zu finden und noch schwerer scheint es, den kürzesten Weg zu finden. Wir schwimmen zickzack und insgesamt sicher 400m zu viel. Den weiteren Mädels hinter uns geht es ähnlich und so gibt es nach dem Rennen einige vom Schwimmen frustrierte Athletinnen. Ich bin froh, dass ich noch unter 1:05 Stunde aus dem Wasser krabbel und ab es geht aufs Rad. Es ist frisch und ich habe eiskalte Füße. Die Neoprenkappen für die Radschuhe wären doch die richtige Entscheidung gewesen. Dummerweise hatte ich mich morgens in der Wechselzone gegen sie entschieden. Mist! Die ersten schnellen Age Grouper fliegen in Gruppen an mir vorbei. Bei der Wettkampfbesprechung der Pros war uns mitgeteilt worden, dass die AGers ruhig draften sollen, 6 dder 10 Kampfrichter sind ausschließlich für die Pros zuständig und man würde besonders aufmerksam verfolgen, dass keine Pro-Frauen bei den AG-Männern drin hängen. Leider war es fast unmöglich, in den 20 Mann umfassenden Gruppen nicht gefangen zu werden. Also saß ich viel aufrecht, bremste sogar, hörte auf zu treten, nur um die großen Gruppen vorbei zu lassen. Andere Pro-Frauen, die das nicht taten, kassierten bis zu 2x 4min Penalty. Irgendwann war ich ziemlich entnervt und beschloss, einfach nur noch in die T2 zu cruisen und dann einfach schneller zu laufen. So erholt habe ich die zweite Wechselzone soweit ich mich erninnern kann auch noch nie erreicht und los ging's flott auf der Laufstrecke. Die ersten 5km waren nach einundzwanzigundeinhalb Minuten bewältigt, wow... das ist schnell. Die 10 km-Marke passierte ich knapp unter 44min. Das Tempo fühlte sich aber erstaunlich locker und leicht an auf dem anfangs verwinkelten, geschotterten Kurs in den Parks von Frankston. Nach 5km ging es dann erstmals auf die Straße und dort blieben wir dann auch den Großteil der ersten Hälfte der Strecke, danach ging's auf dem Bike Path weiter. Die erste Hälfte war zumeist flach, aber die Straße nach links abfallend, sodass wir 15km 'schief' liefen. Ich hatte Angst, das würde sich rächen, aber ich blieb schmerzfrei :) Die zweite Hälfte war dann 'undulating'. Ein stetiges Auf und Ab mit 2 richtig knackig steilen Anstiegen drin (dies waren dann auch meine beiden einzigen Gehpassagen). Bis km35 lief es super und ich passierte diese Marke nach 9:21 Stunden. Das gab mir noch Hoffnung auf eine 9 vor dem Komma. Nur dann passierte es. Von einem Schritt auf den anderen, wahrscheinlich den Bergen geschuldet, krampften beide Oberschenkel. Und es waren noch 7km bis zum Ziel. Ich konnte das Tempo nicht halten, jeder Schritt tat weh, ich musste noch irgendwie ins Ziel kommen, wusste aber nicht wie. Das war der einzige Zeitpunkt in dem gesamten Rennen, dass mein Kopf nicht mehr richtig mitspielte und die positiven Gedanken weniger wurden. Das letzte Stück zog sich, aber da ich dank einiger Trainingsläufe jeden Meter der Strecke kannte, wusste ich, dass es nicht mehr allzu weit ist. Ein Kilometer vor dem Ziel begann dann der Zielkanal und ich war froh, als ich nach 10 Stunden 3 Minuten und 52 Sekunden die Strecke bewältigt hatte.
Diese Leistung brachte mir Platz 15 und 800 Kona-Punkte im Profi-Feld ein. Hätte mir das vorher jemand gesagt, hätte ich es wohl nicht für möglich gehalten :))

Nun bin ich voller Vorfreude auf die Triathlon-Saison in Europa und freue mich jetzt schon sehr auf den Ironman 70.3 St. Pölten, den Ironman 70.3 Switzerland und den Ironman Klagenfurt!

Danke allen meinen Sponsoren, die mir dies ermöglicht haben:

Xendurance, Derpart Braunschweig, Fahrrad Hahne, supreme bikeparts, Physiotherapie Rohland, Rudy Project, SLS3, Sponser Sportfood, Petzl, Jürgen Schulz (Radsport Schulz in Neuenmarkt), webforum.de, Textildruck-WF.de.

Danke auch meinem Verein, dem WSV 1921 Wolfenbüttel, und meinen Eltern!

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