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RACE-NEWS
18. Februar 2012
Sri Lanka Blog

20.02.2012

Ich habe es überlebt, das wohl aufregendste, erlebnisreichste und verrückteste sowie schwül-heißeste Rennen, das ich je mitgemacht habe. A true adventure! oder wie Lucie bei der Siegerehrung so schön sagte: ‚Where else do you get a triathlon and an adventure race in one race?!‘ Sehr treffend und sorgte bei den Triathleten auch für Gelächter, jeder war wohl froh, unbeschadet dieses Rennen überstanden zu haben. Während des Radfahrens vielen mir immer nur Worte wie ‚nightmare‘, ‚this is ridiculous‘ und ‚dangerous and I have to survive this ride‘ ein.

Aber von vorne:
Race morning. Mein Wecker klingelt um 3:50am, schnell Sachen zusammen suchen, Flaschen füllen, Frühstück von Lucie (ob es im Hotel Frühstück geben würde, wusste niemand und so trank ich diese Art Oat Meal, die Lucie mir gegeben hatte). Im Fahrstuhl stellte ich dann fest, dass es ab 3:30am Früühstück im Hotel gab. Nun war es aber zu spät, ich hatte viel flüssiges Oat Meal im Magen und musste zur Wechselzone. Dort war ich noch am Überlegen, ob ich mit 3 oder 4 Flaschen fahren würde.

Nach meiner Erfahrung vom Vortag traute ich niemandem in Sri Lanka mehr, auch nicht den Aid Stations, zumal bei der Wettkampfbesprechung gesagt wurde, dass wir das Wasser in unsere Flaschen würden umfüllen müssen. Die aufregendere Erfahrung war allerdings, als ich vor dem Einchecken nur schnell noch mal meine Schaltung (ein Gang sprang immer von einem Ritzel auf das nächste und ich konnte somit nicht richtig Druck aufs Pedal bringen) checken lassen wollte. Der Einheimische, der sich meines Rades annahm, schien nur leider nicht allzu viel Ahnung zu haben. Lucie war mit mir gekommen und stellte auch fest, dass sie es immer schlimmer machten. Irgendwann war schalten gänzlich unmöglich und nichts ging mehr. Dann fingen sie an das Schaltwerk abzubauen. Weitere Athleten warteten mit ihrem Rad und fragten, ob sich jemand um ihr Rad kümmern könnte, weil sich ja wohl nicht 4 Leute um ein Rad, bei dem nur die Schaltung eingestellt werden sollte, kümmern müsste. Doch ihnen wurde gesagt, dass sie weiter warten müssten, das war wohl so abschreckend, dass sie dann doch lieber gegangen sind. Zwei weiteren Athleten, die ihre Schaltung justiert haben wollten , raten Lucie und ich, das Rad nicht in die Hände der Mechaniker zu geben, im Gegenzug erhielten wir von den Mechanikern ein sarkastisches ‚Thank you for promoting us‘. Als wirklich gar nichts mehr mit meiner Schaltung ging und wir noch genau 3 Minuten bis Eincheck-Ende hatten, riefen die Mechaniker den Chef an. Der kam dann auch und konnte innerhalb 10 Minuten alles fixen und schließlich funktionierte die Schaltung einwandfrei! Wir checkten zu spät ein, aber das kümmerte niemanden. Ebenso wenig, dass einige der Security nicht trauenden Athleten erst am nächsten Morgen eincheckten (z. B. Christie und Brian). Zudem war freie Platzwahl in der Wechselzone.

Aufgrund meiner Erfahrung am Vortag entschied ich mich also für 4 Flaschen, das wäre im Nachhinein auch die richtige Entscheidung gewesen, aber es kam doch anders. Der Vorteil von kleinen Rädern ist, dass man sie am Sattel aufhängen kann, eigentlich. Genau das machte ich auch, nur leider blieb der Sattel hängen und das Rad fiel runter. Die dämliche Isaac-Sattelklemmung hat mich schon immer genervt und in Zukunft werde ich kein Rad mehr mit integrierter Sattelstütze fahren, aber diese Kenntnis nütze auch nichts, ich musste den Sattel irgendwie bis zum Rennstart wieder dran bekommen. Zum Glück war ich so vorausschauend gewesen, den kompletten Satz Imbusschlüssel mit in die Wechselzone zu bringen und so fing ich an zu schrauben. Ohne Drehmomentschlüssel und mit der Erfahrung, dass der Sattel nicht sonderlich gut hält, knallte ich ihn einfach festmöglich an. Nur traute ich mich nicht mehr, mit 2 Flaschen am Sattel zu fahren und ließ eine in der Wechselzone zurück (trotzdem rutschte während des Wettkampfes der Sattel immer tiefer, wie immer bei dieser Klemmung, sie hält einfach nicht!). Schnell verging die Zeit, ich lief mich noch kurz ein und war schon ordentlich am schwitzen, da trotz Dunkelheit bereits knapp 30 Grad waren und schon ging es zum Start ins Wasser. 30m einschwimmen sollten reichen und dann stellten wir uns alle auf. Bei der Wettkampfbesprechung am Vortag war uns noch mitgeteilt worden, dass der Start von 6 auf 6:20 Uhr verlegt wurde, was mich freute, da somit kurz darauf es hell sein und meine getönte Schwimmbrille kein Problem sein würde.

Also warteten wir um 6:20 Uhr auf den Start, dann kam die Durchsage, dass es noch 5 Minuten dauern würde. Nach weiteren 5 Minuten, die sich eher wie 10 anfühlten dann die nächste Durchdage: 15 Minuten später, die meisten Athleten schwammen noch mal 50m hin und her, die ‚skinny girls‘ hatten schon ordentlich Gänsehaut, ich fand es bei über 25 Grad Wassertemperatur und 30 Grad Luft jedoch eher angenehm. Nur das Salzwasser störte etwas. Dann endlich: ‚5 minutes until race start‘. Gefühlte 5 min später: ‚3 minutes until race start‘ und schließlich war es dann nur noch eine Minute und deutlich heftigere Wellen als noch 25 min zuvor, als wir eigentlich starten sollten. Dadurch, dass ich schon ewig in dem Wasser stand, fühlte ich Null Aufregung, Anspannung oder Wettkampf-Feeling.

Der Startschuss ertönte und immer noch kein Adrenalin, dafür aber Wellen, Arme und Beine überall um mich rum. Ich erwischte keinen guten Start und war erst mal irgendwo hinten eingeklemmt. Schließlich sah ich eine der blauen Pro-Frauen-Schwimmkappen vor mir – Claire. Katja hatte ich leider beim Start verloren. Zunächst schwamm ich hinter Claire her, ab der ersten Wendeboje hing sie dann an meinen Füßen und ich an den Füßen einer Agegrouperin. Das Tempo war nicht sehr hoch, eher gemütlich, aber ich wollte lieber Kraft im Wasserschatten sparen und schwamm nicht vorbei. Außerdem hatte ich damit zu kämpfen, nicht mein Oat Meal ins Wasser zu verteilen. Der Ostseeman war nichts gegen das Schwimmen hier in Sri Lanka. Ich war so seasick nach nicht mal der Hälfte der Strecke, dass ich die ganze Zeit nur am Überlegen war, ob ich es zurück ans Ufer schaffen würde, ohne mich zu übergeben. Von der linken zur rechten Boje, ca. 100m, brauchten wir gefühlte 5 min. Ich kam mir vor wie in einer Gegenstromanlage, wir kamen einfach kein Stück vorwärts. Dafür ging der Rückweg dann umso schneller, allerdings rutschte dabei noch die Schwimmkappe von meinem Kopf und Wasser lief in die Brille, außerdem scheuerte das Band vom Reißverschluss des Swimsuits und es brannte ordentlich im Salzwasser. Nach gefühlten 40 (tatsächlich 32) min entstieg ich dem Wellenbad und fühlte mich ziemlich schwankend. Claire sprintete zur Wechselzone und saß dann fast eine halbe Minute vor mir auf dem Rad bis ich es auch endlich geschafft hatte, meinen Helm zu schließen und mein Rad aus der Wechselzone zu schieben, die Treppen hochzutragen (so was hatte ich auch noch nie!) und dann aufzuspringen. Nach ca. 1,5 km hatte ich sie allerdings schon wieder ein- und überholt. Ca. 3 km später fuhr ich dann auch an Katja ran und an ihr vorbei. In der ersten der drei Radrunden versuchte ich mehrmals, die Gruppe, die sich gebildet hatte, auseinander zu reißen. Mehrfach zog ich das an und fuhr vorne im Wind. Nach einer Runde musste ich allerdings einsehen, dass man eine Gruppe auf einer brettebenen Strecke einfach nicht sprengen kann. Da Claire die ganze Zeit nur hinten drin hing, wollte ich meine Beine auch nicht weiter tot fahren. Die nächsten beiden Runden fühlten sich gerade mal wie eine Trainingsfahrt an, nicht wie ein Wettkampf. Das Tempo war eher gemütlich und das größte Problem war, die Radstrecke zu überleben: Tuktuks, Busse, der Angriff von Vögeln und den hier überall frei herumlaufenden Hunden, Schlaglöcher und unklare Streckenführung sorgten für Adventure und die Angst, die Wechselzone nicht zu erreichen. Es galt nur noch, diesen Part zu überleben. Das sollte allerdings 20km vor dem Ende der Radstrecke für mich schwieriger werden.

Gerade hatten wir die letzte Aid Station passiert, da wollte ich meine Flasche aus dem Korb hinter meinem Sattel ziehen und musste feststellen, dass dort nichts mehr war. An einem der Schlaglöcher musste ich die verloren haben, ohne es zu bemerken. Der härteste Part war nun, mental zu verarbeiten, dass ich - bereits zu diesem Zeitpunkt durstig - die nächsten 20 km ohne Flüssigkeit überleben würde müssen. 10 km später bekam ich Gänsehaut und begann zu zittern, diese Symptome kenne ich normal nur von der Laufstrecke, wenn ich schon dehydriert bin. So früh im Rennen war das kein gutes Zeichen. Die letzten 10 km beim Rad versuchte ich so locker zu fahren wie nötig, bekam dann auch mal eine Ermahnung der Kampfrichter, meine erste. Einige unserer Gruppe hatten während der Radstrecke schon etliche dieser Ermahnungen bekommen, passiert war jedoch nichts. Auf den letzten km ließ ich also wieder großen Abstand, deutlich mehr als die geforderten 7m, wie auch bevor ich die Flasche verloren hatte.

Dann ging es endlich in die Wechselzone, hinunter die Stufen und zu meiner Flasche. Die anderen beiden Mädels waren schnell raus aus der Wechselzone, ich trank erst eine meiner beiden kleinen Flaschen leer und nahm eine weitere mit, die ich dort für den Beginn der Laufstrecke platziert hatte. Ich wollte an die beiden anderen wieder ran laufen, gab dieses Vorhaben nach ein paar hundert Metern jedoch wieder auf. Sie liefen relativ schnell an und ich fühlte mich einfach nur dehydriert. An jeder Verpflegungsstation trank ich so viel wie es ging und wollte nur noch sicher stellen, dass ich das Ziel erreichen würde. Die Hitze, als wir auf die Laufstrecke gingen, war brutal, das bestätigten mir später auch die mich anfeuernden Omaner. Zum Schluss der Laufstrecke hatte ich zwar noch mehr Kraft als ich haben sollte, aber dennoch denke ich, dass es die richtige Entscheidung war, nicht schneller anzugehen. So habe ich es geschafft, auf der Laufstrecke nicht einzugehen und nach hinten raus sogar noch ein wenig schneller werden zu können und auch die anderen Pros haben mir beim Laufen nicht so wahnsinnig oder erschreckend viel abgenommen.

Fazit: Schwimmmäßig bin ich dran und auf dem Rad habe ich immer noch meine alte Stärke, obwohl ich die letzten 4 Wochen vor dem Rennen nicht mehr auf der Rennmaschine trainieren konnte. Und beim Laufen bin ich nicht mehr so weit weg wie noch letztes Jahr. Dieses Rennen waren also gute 4:42 Stunden an Erfahrung, Adventure und sogar auch ein bisschen Spaß, das erste Rennen in meinem Leben bei über 30 Grad Celsius, dass ich gut durchziehen konnte und bei dem ich mit meiner Leistung zufrieden bin und als 5. auch noch bei der Siegerehrung auf dem Podest stand. Nun freue ich mich schon auf den Ironman Melbourne und noch ein bisschen mehr auf den Ironman 70.3 St. Pölten im Mai, wo ich auch wieder auf Lucie treffen werde.


Very Quick Update...

Sonnenaufgang morgen 6:27am, Start 6 Uhr und ich hab eine getönte Schwimmbrille ;-)
Und: Nacht wird wohl etwas lauter, direkt vor meinem fenster ist ja das Zelt, das sich nicht als Ironman Zelt, sondern Konzertzelt herausstellte, weil heut so ein bekannter Indischer Sänger auftritt. Top Timing. Momentan wird Sound gecheckt und das ist schon sehr laut, aber sicher noch nicht alles. Ok, werd also durchmachen!! ;-)

18.02.2012 nachmittags

Komischerweise bin ich heute um 6 Uhr aufgewacht und konnte dann auch nicht mehr einschlafen. Also schwang ich mich aufs Rad und nutze die noch verkehrsarme Uhrzeit, um die Einstellung meines Zeitfahrrades zu testen. Die neue Sitzposition ist sehr ungewohnt und ich bin gespannt, wie ich morgen damit klarkomme. Erstmals eine neue Position im Rennen zu testen ist nicht optimal, aber ich hatte nun keine Möglichkeit mehr (abgesehen von den 10 Minuten heute Morgen), mich daran zu gewöhnen. Die Schaltung springt und ich muss zusehen, dass ich bis zum Bike-Check-In in 2 Stunden das noch irgendwie hinbekomme. Nur traue ich dem Sri Lankischen Bike Mechanic nicht und hoffe, dass Lucy mir weiterhelfen kann. Ansonsten bleibt mir auch nur, zu hoffen, dass ich keinen Platten bekomme, denn mein Pannenspray und die CO2-Kartuschen wurden mir am Flughafen weggenommen und Ersatz gibt es hier keinen. Die anderen haben ähnliche Probleme, wobei die meisten eine Kartusche durchbekommen haben. Na gut, lässt sich nun auch nicht ändern.

Nach dem kurzen Einfahren war ich dann noch beim Schwimmstrecken-Test und nun ja, es ist salzig. Sehr salzig sogar. Und für Meer verdammt warm! Da schwitzt man schon ohne Neo im Wasser ganz gewaltig und darin schwimmen so kleine, fiese Käfer rum, die beißen und das juckt wie Insektenstiche. Nach den ca. 600m Schwimmen sahen wir aus, als hätten wir uns in einen Bienenschwarm verirrt. Angeblich aber nicht weiter gefährlich. Na dann….

Nach dem Frühstück habe ich auch meinen Ironman 70.3 Sri Lanka Beutel bekommen, allerdings gibt es Wechselzonentüten (für Rad- und Laufbekleidung), ebenso wie Startnummern und Schwimmkappen immer noch nicht. Sollen angeblich bei der Wettkampfbesrpechung ausgehändigt werden. Wäre ja weiter kein Problem, müssten wir nicht eben jene Beutel samt Inhalt bis 17 Uhr einchecken und ja, genau, Wettkampfbesprechung ist genau im Anschluss von 17-18 Uhr. Funny! Danach folgt dann noch die ziemlich späte Welcome Party von 18 bis 20 Uhr und dann werde ich nur noch mein Startnummern-Tattoo mit der 11 auf meine Arme bringen und dann versuchen, zu schlafen. Schließlich wird um 3:30 Uhr schon wieder mein Wecker klingeln, um 4:30 Uhr öffnet die Wechselzone.

Frühstück bekommen wir morgen wohl auch nicht, sämtlich Riegel musste ich in Hamburg am Flughafen zurücklassen und einen Laden, in dem es irgendetwas ‚Normales‘ wie Brot, Bananen oder anderes für Europäer Essbares gibt, konnte ich auch noch nicht auftun. Lucy hat mir 3 Beutel Shakes mitgegeben, die wohl recht hoch an Nährstoffen sind. Also werde ich wohl ohne feste Nahrung im Magen an den Start gehen. Auch spannend!

Nächstes Update folgt voraussichtlich nach dem Rennen ;-)

 

17.02.2012 abends

Heute war der erste Tag, der einigermaßen schnell verging. Nachdem ich am Vormittag vier Leute aus Oman, zwei davon starten auch beim 70.3, die anderen beiden sind als Support mitgekommen, kennengelernt hatte und mit ihnen den Vormittag zunächst am Strand, dann am Pool verbracht hatte, konnte ich mittags meine Startunterlagen abholen. Zumindest einen Teil. Die Sri Lanka 70.3 Bags waren ebenso noch nicht angekommen wie die Startnummern. Immerhin, Timing Chip und Arm-Tattoo mit der Nummer 11 habe ich schon mal :-) (Die Bags gab es später auch wieder, nur als ich nach der Pressekonferenz eine abholen wollte, sagte man mir, die seien schon wieder aus und gäbe es erst morgen wieder – ah ja…) Danach ging es nachmittags mit meiner ersten Vorwettkampf-Pressekonferenz weiter. Zu dieser waren 3 weibliche und 3 männliche Pros eingeladen und ich habe auch die von mir am stärksten eingeschätzte Pro-Triathletin hier, Lucy Zelenkova, kennengelernt. Nachdem ich die an mich gerichtete Frage, ob ich denn vor meinem ersten Pro-Rennen sehr nervös sei, beantwortet hatte, überredete mich Lucy noch zu einem gemeinsamen Lauf. Aller Widerstand war nutzlos und so hatte sie mich schließlich doch überzeugt, mit ihr in der Hitze zu rennen. Es war wider Erwarten sehr angenehm und wir haben uns nett unterhalten. Hinterher sind wir noch in den Hotelpool gesprungen, wo ich dann auch noch die beiden südafrikanischen Horners kennenlernte. Ein Pro-Triathleten-Ehepaar. Beide auch sehr nett und so aßen wir zu viert zusammen zu Abend. Für morgen früh haben wir uns für 8 Uhr zum Ocean Swim verabredet, weshalb ich jetzt auch schnell schlafen muss. Die Südafrikaner haben zeitlich dieselbe Differenz wie ich und sind somit auch gejetlagged – Lucy bat mir auch Schlaftabletten an, die ich dankend ablehnte!

Hier noch der Link zum Vorbericht zum Ironman 70.3 Sri Lanka auf der Ironman.com Webseite:

http://ironman.com/events/ironman70.3/srilanka70.3/emma-bishop-previews-this-weekends-inaugural-ironman-70.3-sri-lanka-in-colombo#axzz1md6b0Rlx



17.02.2012
Quick Update: Gleich muss ich zu der ersten Pressekonferenz meines Lebens. 3 Pro-Frauen und 3 Pro-Männer sind eingeladen und ich habe keine Ahnung, wieso ich dabei bin. Aber nun ja. Mal schauen, wie das so ist. Zumindest konnte ich vorhin bei der Registrierung schon mal einen Blick auf die Startlisten werfen. 6 Pro-Damen konnte ich erblicken: 2 Deutsche, 2 Südafrikanerinnen und 2 Australierinnen... Mal gucken. Ich denke, Lucie Zelenkova, Katja Rabe und Christie Sym werden das Rennen unter sich ausmachen. Mal abwarten. Ich gehe jedenfalls mit der Startnummer 11 ins Rennen :-) Die Sri Lanka 70.3 Bags waren allerdings als die Registration öffnete noch nicht da und somit habe ich auch noch keine 'Goodies' bekommen (unter anderem eine Sri Lankische Sim-Karte fürs Handy...). Später wurden die dann ausgegeben. Was allerdings immer noch fehlt, sind die Startnummern. Die sollen erst morgen ankommen... Haha :-) Weiterhin also alles sehr 'interessant'. Heute habe ich versucht, mich möglichst gut zu akkilmatisieren und ein paar Stunden draußen verbracht. Aber nun sind auch die Wolken weg und es wird immer heißer. Sonntag soll dann wohl auch der wärmste Tag sein. Und es ist jetzt schon unerträglich. Ich bewege mich nicht mal und fließe ohne Ende. Da wird Sonntag nur trinken, trinken, trinken helfen.


16.02.2012 abends

So, Donnerstagabend und das Zelt steht, nur nichts drin. Außer vielleicht das eine oder andere Rad, wobei ich das eher bezweifle. Vorhin habe ich einen Brief in meinem Zimmer gefunden: Räder sind auf dem Zimmer nicht erlaubt und wir müssen die unangeschlossen und unbewacht auf die Wiese vor dem Hotel stellen. Geht’s noch? Die anderen ignorieren den Brief, also werde ich es auch tun. Nur die Drohung, man müsse für Schaden an Holz und Möbeln aufkommen, besorgt mich etwas. Da das hier alles eh schon recht ramponiert, zerkratzt und angeschlagen ist, können sie mir ja leicht unterstellen, dass ich das mit meinem Rad verursacht hätte. Also, Sri Lanka wird mir nicht gerade sympathischer :-( Hinzu kommt, dass man hier nichts machen kann und es in Colombo wahnsinnig langweilig ist! Bin echt froh, wenn endlich Sonntag ist. Morgen gibt’s immerhin schon mal Startunterlagen. Und dann vielleicht auch endlich mal eine Info über Teilnehmerzahl etc. Bisher ist noch nichts durchgesickert. Finden alle etwas merkwürdig. Einerseits heißt es auch, der 5i50 findet nicht statt, andererseits liegen dazu aber noch Infos aus. So richtig weiß niemand, was eigentlich los ist.

Eventuell fahre ich morgen früh mit Christie und Brian mal Rad, aber so richtig sicher waren die auch noch nicht und ich bin fast geneigt, mich am Wettkampftag erstmals hier aufs Rad zu schwingen, in der Hoffnung, dass die Schaltung dann doch irgendwie schaltet. Beim zusammen bauen schien mir das nicht der Fall zu sein. Aber da die gesamte Radstrecke nur 68HM aufweist, fahre ich notfalls alles in demselben Gang.

Momentan schaue ich die Grammy Awards, ist aber auch alles andere als spannend und so werde ich versuchen, früh ins Bett zu kommen. Vielleicht bekomme ich so bis zum Race auch noch meinen Jetlag weg. Letzte Nacht konnte ich zumindest überhaupt nicht einschlafen und morgens bin ich immer wie erschlagen. So richtig hat mein Körper sich noch nicht umgestellt.


16.02.2012

Christie ist nun angekommen. Endlich jemand, den ich kenne. Haben uns ein wenig unterhalten und wollen evtl. morgen früh zusammen radfahren. Wenn es irgendwie möglich sein sollte, dann wohl nur in der Gruppe. Ansonsten ist der Verkehr einfach zu crazy!

Christie und Brian und eine dritte Person haben für ihren Airport Shuttle zu dritt auch nur 2/3 meines Preises bezahlt, dafür haben sie heut Nacht in der Lobby auf der Couch gepennt, weil kein Zimmer für sie, als sie um 1Uhr morgens ankamen, fertig war. Echt witzig hier.

So langsam sieht man aber schon ein paar schnell-aussehende Triathleten und beim Frühstück saß ich Faris Al-Sultan gegenüber. Mit dem habe ich mich dann auch kurz unterhalten. Ursprünglich wollten 4 Athleten seines Teams starten, nun ist er allein hier. Und von Christie hab ich erfahren, dass Belinda Granger nicht kommt. Sie sollte auch den Flug vom Veranstalter gesponsert bekommen und dann war es dann schon so spät, dass es nicht mehr geklappt hat. Weiterhin keine Infos, wer und wie viele hier starten. Nur, dass der Start von 6:30 Uhr auf 6 Uhr vorverlegt wurde und es dann noch 20min dunkel ist. Das wird im Meer auch sehr spannend ;-) Insbesondere, da ich eine getönte Schwimmbrille habe!

Unten ist nun ein Ironman-Stand aufgebaut und es laufen Menschen, mit Ironman-Shirts herum. Was es damit auf sich hat, konnte ich aber noch nicht in Erfahrung bringen, da ich vom Pool so tropfend wie ich war, direkt in den Fahrstuhl verwiesen wurde. Nun werde ich nach meiner heutigen Internet-Session mich dann halt unten mal umschauen. Das Ironman-Zelt vor meinem Fenster ist immerhin auch schon zu einem Sechstel überdacht… es geht voran ;-)


15.02.2012

Gestern bin ich nach einer langen und was die Gepäckmitnahme betrifft stressigen Anreise über Dubai in Sri Lanka angekommen. Erster Eindruck: ziemlich feucht! Aber nicht die vorher bereits angekündigte hohe Luftfeuchtigkeit war es, die mich überraschte, sondern ein Monsun als ich aus dem Flughafen trat. Dieser glich dem Weltuntergang. Ca. 40l pro Quadratmeter Regen fielen innerhalb einer Stunde und dazu gab es noch ein ordentlich krachendes Gewitter. Minütlich dachte ich, die Scheiben meines 5-Sterne-Hotels würden brechen. 5 Sterne… ja, hier wohl zwingend nötig. Würde sagen, bei uns entspricht das eher (nicht mal ganz) 3 Sternen. Ordentlich teuer ist es trotzdem. Aber es ist das offizielle Race-Hotel, in dem auch Welcome Dinner, After Race Party und Wettkampfbesprechung stattfinden. Und ich muss sagen, es war die einzig richtige Entscheidung, dass ich mich hier eingebucht habe. Alles weiter entfernte wäre allein reisend wirklich schwierig geworden. Ab Samstag (pünktlich zur Vor-Wettkampf-Nacht) bekomme ich wohl noch eine weitere Person mit aufs Zimmer. Ich bin gespannt. Die letzten 3 Nächte meines Aufenthalts übernimmt ja der Veranstalter, deswegen habe ich da kein Einzelzimmer mehr.

Gestern Abend war ich nach der Reise dann ziemlich platt, habe mir nur noch Essen aufs Zimmer bestellt und bin dann auch umgehend eingeschlafen. Selbst, als heute Morgen gegen 6 Uhr es richtig laut im Hotel wurde, konnte ich mich nach 9 Stunden Schlaf noch nicht aus dem Bett quälen. Erst als gegen 9 Uhr direkt vor meiner Tür gesaugt wurde, wurde ich erneut wach, schlief aber trotz des Lärms weiter bis 9:30 Uhr mein Wecker klingelte. Selbst nach 12 Stunden Schlaf fühlte ich mich noch nicht nach Aufstehen (mein Körper brauchte wohl dringend Schlaf und auch heute tagsüber bin ich noch recht müde, bin mir nicht sicher, ob das am Klima liegt), wollte aber das Frühstücksbuffet nicht verpassen. Und das lohnte sich auch. Von Müsli, Obst, Brot und Brötchen, Omelette, Kuchen gab es alles bis hin zu lokalen, indischen, asiatischen ‚Gerichten‘, die ich bei uns eher als Mittag- oder Abendessen einordnen würde… Currys, Reis,String Hoppers (sieht aus wie schmale Nudeln und schmeckt auch ähnlich, hatte ich im Flugzeug), etc.  und noch viele andere Dinge, die ich mich nicht traute zu probieren. Das kommt dann erst Montag/Dienstag. Vor dem Rennen versuche ich lieber mal, nicht mehr allzu viele Experimente zu starten.

Danach wollte ich mich zu Fuß etwas umschauen. Das ist allerdings unmöglich, denn alle 5m wird man von einem Tuktuk-Fahrer (die Taxis hier) angesprochen, ob man mitfahren möchte. Ich schaffte es zwar noch an den Tuktuks vorbei, dann sprach mich allerdings ein Mitarbeiter meines Hotels, der Dienstschluss hatte, an, ob es mein erstes Mal in Colombo/Sri Lanka sei und wo ich hingehen würde. Er ging neben mir her und wir unterhielten uns etwas und schon hatte er mir mitgeteilt, welche Tempel ich mir in Colombo unbedingt anschauen müsste. Als nächstes hielt er ein Tuktuk an (nachdem er mir klar gemacht hatte, dass man hier einfach nicht zu Fuß geht) und bevor ich mich versah, saß ich auch schon im Tuktuk. Und wir waren auf dem Weg zu einem der vielen Tempel. Als nächstes hielten wir am See, dort sollte ich ein Foto machen. Dann ging es in einen Tempel, Schuhe aus (ist dort Pflicht), barfuß durch den Tempel und Fotos machen, zurück ins Tuktuk, zum nächsten Tempel, Eintritt zahlen, Schuhe aus, Fotos machen, wieder private Führung, noch mehr Fotos, die meisten mit mir drauf, einen Blick auf die weltweit kleinste Buddha-Statue (7mm Größe) geworfen, noch schnell die anderen vergoldeten Schätze angeschaut, mir einen Kurzvortrag von meinem Privatführer über die Wichtigkeit von Steinen, insbesondere Saphiren, für Sri Lanka angehört und schon war mein Handy wieder um ein paar Fotos reicher und ich saß erneut im Tuktuk. Obwohl ich davon wenig begeistert war, wurde ich zum Gem Bureau gefahren, ein Handel für Steine, wo erwartet wurde, dass ich groß einkaufe. Nach einer halben Stunde mit dem deutsch sprechenden Verkäufer und eine Infoveranstaltung über sämtlich Srilankische Steine und ihre Preise hatte er mich soweit, dass ich tatsächlich etwas kaufte. Von Steinen für die ganze Familie, Freunde und Bekannte über die 400 US-Dollar Goldkette ging es immer weiter runter auf 100 Dollar Silberkette, dann nur noch ein einzelner Stein, 30 Dollar, 20 Dollar, letztendlich konnte er mich nicht zu mehr überreden als einen kleinen, blauen Lapislazuli für 10 Euro, den ich dann noch auf knapp 8 Euro runterhandelte. Ohne etwas  zu kaufen, hätten die mich wohl auch nicht wieder gehen lassen. Naja…

Danach noch kurz die Fahrt zurück mit dem Tuktuk zum Hotelstrand und dann musste ich das Tuktuk bezahlen. Normalerweise gibt man so viel, wie man denkt, dass es wert war. Toll, da ich keine Ahnung hatte, was man hier normalerweise so gibt. Endlich hatte ich meinen Führer so weit, dass er meinte, 1.500 Rupie seien ok. Leider hatte der doofe Geldautomat nur die gro0e Stückelung rausgeworfen und alles, was ich hatte, waren 2.000 Rupie. Da hier niemand Geld wechselt, ist es dann auch weg, wenn man es gibt (war gestern bei meinem Airport-Shuttle-Service auch schon so). Also hat mich die Taxifahrt mehr gekostet, als ich wollte, aber da war nichts zu machen. Somit habe ich es geschafft, seit gestern 10.000 Rupie auszugeben, kenne nun aber auch wirklich alles Sehenswerte der Stadt (wobei in meinen Augen das schon nicht so besonders sehenswert war, auch wenn mein Guide total begeistert war und mich ständig auch wieder fragte, ob ich das auch alles so toll finden würde und mir immer wieder sagte, wie schön das doch alles sei… vielleicht muss ich wirklich mal versuchen, das alles mit anderen Augen zu sehen).  Gestern die Fahrt vom Flughafen ging vorbei an vielen Slums, Straßenläden in denen Dinge verkauft werden, die bei uns seit mindestens 20 Jahren schon nicht mehr auf der Müllkippe zu finden sind, es fahren Autos rum, die in den 50er Jahren wohl das letzte Mal auf deutschen Straßen zugelassen worden wären und seitdem nur noch weiter vor sich hingerostet haben und eine Fahrt, bei der es in Deutschland mindestens 35 Unfälle gegeben hätte. Jeder fährt irgendwie, Verkehrsregeln gibt es scheinbar keine. Auf einer 2-spurigen Fahrbahn wird auch schon mal zu dritt oder viert nebeneinander gefahren, der Schnellere hupt, die Langsameren sollten Platz machen, wenn nicht, wird vollgebremst. jeder fährt seitlich in andere Autos rein, die wieder vollbremsen oder im cm-Abstand hinter- oder nebeneinander herfahren. Im Kreisel gibt es auch keine Regel. Jeder fährt irgendwann, irgendwie, zum Teil zu sechst nebeneinander. Vorfahrt hat der, der sie sich nimmt. Fußgänger gehen einfach irgendwann los, die Autos machen dann eine Vollbremsung. Steht man allerdings an einem Fußgängerübergang und wartet, kann man lange warten und steht am nächsten Tag noch dort. Die einzige Chance ist, einfach loszugehen, wenn man über die Straße kommen muss. Ansonsten bleibt man halt auf der einen Seite… für immer! Mittlerweile ist mir nun auch vollkommen klar, wieso kein Radtraining vor dem Wettkampf mehr möglich ist. Selbst laufen wäre hier mehr als schwierig. Alles, was einigermaßen geht, ist Schwimmen in dem immerhin 25m langen Hotelpool. Nur darf man nicht so empfindlich sein, in einem total überhitzten Pool bei über 30 Grad Außentemperatur fast einzugehen. Ich habe es heute knapp über eine Stunde ausgehalten und dabei auch noch eine weitere Triathletin, AK50 (woher sie kommt habe ich leider nicht verstanden), kennengelernt. Sie war auch wenig begeistert, dass Radfahren hier unmöglich ist und gestern aufgrund des Monsuns nicht mal schwimmen möglich war. Außerdem findet auch sie es sehr merkwürdig, dass noch immer keine Teilnehmerlisten online sind (und sie auch keine weiteren Infos erhalten hat, nachdem sie den Veranstalter angeschrieben hat, der nur meinte, Teilnehmerlisten seien unüblich, worauf hin sie wohl Links zu sämtlichen Ironman-Veranstaltungen mit Listen geschickt hat, aber auch das brachte keine weiteren Infos) und auch im Hotel erst eine Handvoll Triathleten sind. Ich bin wirklich gespannt, ob am Sonntag mehr als 20-30 Triathleten am Start stehen werden. Immerhin wird seit gestern bereits ein Zelt für den Ironman direkt unter meinem Fenster aufgebaut. Wenn die allerdings weiter in diesem Tempo aufbauen, muss der Triathlon wohl um eine Woche verschoben werden! Ich bleibe gespannt! Freitag ist ja Registration, dann gibt’s hoffentlich endlich mal einen Überblick über die Veranstaltung.

Interessant finde ich auch die unzähligen fahrbaren Essstationen entlang des Strands. Dort werden frittierte Meerestiere und landestypisches Brot angeboten und es riecht, wie in der ganzen Stadt, für mein Empfinden sehr … ähem… eklig. Wobei das Brot lecker aussieht, der Rest nicht!

Ich denke, nach etwas über einem Tag hier, habe ich mittlerweile alles gesehen. Was nun die nächsten Tage noch ansteht, ist weiter zu akklimatisieren und vielleicht doch noch mal einen Laden für Getränke zu finden. Wenn ich weiterhin nur Wasser aus dem Hotel trinke, bin ich entweder bis zum Rennen dehydriert oder Pleite.  Aber die kleinen Bruchbuden-Läden entlang der Straßen sind nicht nur aufgrund der Unsauberkeit mir mehr als suspekt. Obst oder Gemüse wäre auch mal super, werde ich aber wohl nur zum Frühstück bekommen. Was hier fehlt, ist wirklich mal ein Touri-Einkaufsladen ;-)

Soweit erst einmal meine ersten Eindrücke. Kostenloses Internet gibt es im Hotel leider nicht (immerhin aber TV mit ca. 30 englischsprachigen Sendern). So werde ich meine Online-Präsenz auf ein Minimum beschränken und täglich max. eine Stunde einen Blick ins Netz werfen. Mal sehen, wann das nächste Update folgt…

















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