HOMERACE-NEWSÜBER DANA / ERFOLGEPARTNERIMPRESSUM
RACE-NEWS
20. Oktober 2011
Boulder BLOG

20.10.2011
Oh je, so viel Zeit ist schon wieder wahnsinnig schnell vergangen. Zeit für ein Update. Ich bin jetzt in Cardiff by the Sea, in der Nähe von San Diego. Ich bin am Dienstag (18.10.2011) abends angekommen und habe gestern die 101 (eine Straße entlang der Küste) nach Norden bis Oceanside, wo der 70.3 stattfindet, abgeradelt. Der Hafen dort ist echt schön und erinnert mich ein bisschen an Monaco. Die Yachten sind nur nicht ganz so teuer, dafür aber mehr. Ich habe mich auf dem Rad gestern recht schlapp gefühlt, hoffe aber, das liegt an der Umstellung Altitude auf Sea Level. Heute beim Schwimmen im Masters Swim Squad mit Peter und anschließenden lockeren Läufchen (alleine) ging es auch schon viel besser. Barb (meine Vermieterin, der das Haus gehört) und Peter (Triathlet aus Neuseeland, der schon lange hier lebt) sind sehr nett. Aber im Hostel habe ich mich etwas wohler gefühlt. War irgendwie ungezwungener. Mit Peter ist sehr easy, bei Barb weiß ich immer nicht so genau, woran ich bin. Er ist sehr offen, sie eher ruhiger. Interessant ist die Wand mit der Weltkarte, auf der alle Besucher dieses Hauses ihren Heimatort bepinnt haben. Interessant, wo die alle herkamen. Bis auf wenige Ausnahmen alles Triathleten und so haben schon Leute wie Normann Stadler, Michael Göhner, Michellie Jones, Lori Bowden, Peter Reid, Bryan Rhodes, Christie Sym, Donna Phelan (die ich heut beim Schwimmen kennen gelernt habe) und viele weitere hier gewohnt. An der der Weltkarte gegenüberliegenden Wand gibt es dann auch Fotos von den Gästen und Postkarten aus aller Welt von Rennen. Außer uns Dreien wohnen hier noch drei Hunde, die echt lieb sind und schon unzählige Preise bei Wettbewerben gewonnen haben.

Das sind erst einmal meine ersten Eindrücke von Cardiff, irgendwann muss ich mir auch mal San Diego anschauen.

Ein bisschen vermisse ich Boulder. Hier ist es entlang der Küste fast den ganzen Tag neblig, nur weiter im Inland scheint die Sonne, in Boulder gab es kaum einen Tag ohne Sonnenschein. Und das Leben im Hostel war einfach angenehm. Wenn ich Leute um mich rum haben wollte, ging ich in die Küche oder vors Gebäude, wenn ich meine Ruhe haben wollte, war ich in meinem Zimmer. Außerdem vermiss ich die Brasilianerinnen und die Leute um mich rum. Ich hoffe, hier bekomme ich auch noch Anschluss, aber das dauert ja meist immer etwas. Die Reise von Boulder nach San Diego war dafür recht unkompliziert. Super Shuttle hat mich pünktlich abgeholt und direkt am Southwest Check-In Point abgeladen, dort war nix los und nur 2 Minuten später hatte ich Tasche und Bike-Box eingecheckt. Dafür musste ich nicht mal in das Gebäude gehen, das war direkt an der Bushaltestelle. Danach bin ich problemlos mit 2 Rucksäcken und einer Laptop-Tasche durch die Security gekommen und auch Tomaten, Äpfel und Marmelade im Handgepäck wurden nicht beanstandet. Bei Southwest ist freie Platzwahl im Flugzeug, finde ich etwas chaotisch, soll aber wohl schneller gehen, war’s aber nicht unbedingt. Dafür fliegt Gepäck dort kostenfrei und das Rad hat mich auch nur 50 Dollar gekostet (neben 77 Dollar für den Flug). War also recht günstig! Dafür sind die Flugzeuge auch sehr ‚basic‘. Es gibt kein Entertainment und die Flieger erinnern mich an meine ersten Flüge ins Trainingslager Mitte der 90er.

Die letzten Tage in Boulder stand weniger Training im Vordergrund, vielmehr war Sightseeing und Spaß haben angesagt. So war ich Montag (17.20.2011) auch nur schwimmen und anschließend noch mit Talita beim Mexikaner. Danach ging’s noch in die Bars mit Jack und Brandon, sodass ich dann 4 Stunden Schlaf hatte, bevor ich dann in aller Eile Dienstagmorgen meine Sachen packen musste. Die Radbox ist mittlerweile für meine vielen Sachen viel zu klein und so hat es eine halbe Ewigkeit gedauert, bis ich (wir, dank der Hilfe einiger Hostel-Bewohner) alles in der Box verstaut hatten und sie auch zu ging.

Montag habe ich dann auch endlich eine US Simkarte für mein Handy gekauft und nun bin ich nationwide erreichbar.

Sonntagabend (16.10.2011) ging es ähnlich lang wie an meinem letzten Abend, es ging mit Brandon noch mal in die Pubs an der Pearl Street und da wurde uns auch gleich Action geboten. Ein Barbesucher wollte seine Rechnung nicht begleichen und es dauerte keine 5 Minuten und 5 Cops standen in der Stube. Er versuchte weiterhin, seine Unterschrift auf der Kreditkartenrechnung zu verweigern, letztendlich musste er aber doch unterschreiben. Gut gefällt mir, dass Weggehen in Boulder immer echt günstig war. Wasser gibt’s ja überall kostenlos (Cola und weitere Softdrinks übrigens auch) und so mussten wir nie etwas bezahlen. Irgendwie komisch. Verbringen dort 3 Stunden oder so und gehen dann, ohne zu zahlen. Kam mir ein bisschen vor, wie der Typ, der seine Zeche prellen wollte, aber bei uns war das okay. Vorher waren wir Sonntagabend noch im Kino. ‚Real Steele‘ hieß das Movie und war sehenswert. Davor war ich laufen, einmal den steilen Trail hoch zum Mount Sanitas erklimmen. Hat zwei Stunden gedauert und wieder kam mir die Erkenntnis, dass meine Schuhe einfach nicht Trail Running geeignet sind. Aber noch mehr Gepäck kann ich echt nicht gebrauchen!

Samstagabend (15.10.2011) sind wir von unserem Zwei-Tages-Trip in die Rockies zurück gekehrt. Ursprünglich wollten wir 4 Tage verreisen (Donnerstag bis Sonntag) und es sollte bis zum Grand Canyon gehen. Einige Unschlüssigkeiten, Entscheidungsschwierigkeiten und unterschiedliche Interessen haben unsere Reise dann aber sehr verkürzt. So ging es dann Freitagmorgen (mit einer Stunde Verspätung dank der Peruanerin, die irgendwie nicht ausm Knick kam) los Richtung Aspen (in Snowmass Village in der Nähe von Aspen hatten für die Nacht drei Zimmer für 6 Leute in einer Lodge gebucht). Auf dem Weg dorthin sahen wir recht viel Landschaft. Die Rockies sind echt schön. Zum Glück konnte ich mich durchsetzen und auf dem Weg nach Aspen machten wir halt in Leadville – ein jeder Ausdauersportler sollte dort mal gewesen sein! Auf fast 4.000m Höhe eine alte Blei-, Silber- und Goldabbau-Stadt, in der überall der Bleigeruch in der Luft hängt. Aber was das Atmen richtig schwierig macht, ist wohl eher die Höhe. Leider konnte ich mich nicht ganz durchsetzen und somit fiel mein geplanter Lauf auf den berühmt-berüchtigten Trails in Leadville ins Wasser. Dennoch starteten wir einen kurzen Hike und sahen uns die alten Minen von außen an. Dann gabs noch Lunch (Fajitas mit Frijoles und Guacamole) und danach gings weiter nach Aspen. Diese berühmte Wintersportstadt ist allerdings noch voll in der Off-Season und somit war dort weniger los als erwartet. Also sind wir gleich weiter zu unserer Lodge, wo wir feststellten, dass aufgrund der Offseason die Rezeption nur bis 17 Uhr geöffnet hatte. Es war aber schon 20 nach. Zum Glück fanden wir noch jemanden hinter dem Gebäude und bekamen unsere Schlüssel. Kurz darauf machten wir uns zu viert auf, um laufend die Trails von Snowmass Village zu erklimmen. Leider wurde es schon bald dunkel und so mussten wir auf dem Rückweg die wenige gefährliche Straße nehmen. Es war richtig kalt und ich war froh, als ich unter die warme Dusche konnte. Danach sind wir im Auto wieder zurück nach Aspen gefahren und haben zu Abend gegessen. Am Samstagmorgen mussten wir erneut feststellen, dass Off-Season ist. In Snowmass hatte kaum etwas geöffnet und somit war die einzige Möglichkeit für Frühstück ein Grocery Store. Danach ging es wieder zurück nach Aspen und dort den Farmers Market besichtigen. Dann eine Wanderung um einen See und mittags hoch zu den Maroon Bells und zwei Seen in den Bergen. Der zweite See war erst nach einem längeren Hike auf einem steinigen Trail zu erreichen. Als die Sonne hinter den Bergen verschwand, wurde es dann auch empfindlich kalt und wir machten uns auf den Rückweg. In Aspen gab es dann erneut Dinner und dann ging es schon wieder zurück nach Boulder. In Leadville versuchten wir noch eine günstige Unterkunft zu finden, aber die ersten beiden, die ich anfragte, waren viiiiel zu teuer und bei der dritten kam einfach niemand zur Rezeption. Da Juliana sowie nicht in Leadville bleiben wollte, fuhren wir dann zurück nach Boulder.

Der Donnerstag (14.10.2011) bevor es in die Rockies ging war nicht besonders spannend. Morgens zusammen mit Talita Lauftraining auf der schwarzen Tartanbahn der CU (2x 4x 400, 4x 800, 400), nachmittags mit dem Leihwagen (hatten wir ja bereits, da unser Trip eigentlich ja Donnerstag starten sollte) in die Rocky Mountains. Dort haben wir einige Fotos gemacht und sind um den Bear Lake gewandert. Ein kleiner See hoch in den Bergen mit Schnee entlang des Trails und es war wahnsinnig kalt. Ansonsten hatten wir aber viel Spaß.

Am Mittwoch (13.10.2011) ist noch weniger Berichtenswertes passiert: Radintervalle am Berg, abends schwimmen mit Talita, danach noch ein bisschen unterhalten in der Küche des Hostels, mehr aber auch nicht.


12.10.2011
Samstag habe ich wirklich nur mit Ironman schauen und abends noch Movie schauen mit Brandon verbracht. Sonntag stand ein langer Lauf auf dem Plan: die Sehne hat 2 Stunden auf den Trails gehalten, am nächsten Morgen war sie aber wieder etwas ‚steif‘. Doch mittags hatte ich meinen vielleicht letzten Termin bei In Motion Rehab. Mark hat wieder zunächst eine Blockade im Rücken gelöst (ich glaube, das Bett hier ist einfach nicht optimal) und dann wieder an Sehne und Wade gearbeitet. Es ist immer noch verdammt schmerzhaft, wurde aber von Woche zu Woche etwas besser. Er meint nun auch, ich sei geheilt und bräuchte keinen weiteren Termin. Ich habe zur Vorsicht für Montag dennoch noch mal einen, denn die sind immer schnell weg und es wäre die letzte Möglichkeit. Absagen kann ich noch bis Ende der Woche. Danach gings dann noch aufs Rad und abends mit Talita schwimmen. Heute stand eine lange Tour auf dem Rad an. Bin mal ganz weit in den Norden gefahren. Da war endlich mal etwas weniger Verkehr, dafür aber auch verdammt viel Wind. Teilweise dachte ich, es weht mich von der Straße. Im Anschluss bin ich noch 30min mit meinen neuen Schuhen, die ich Freitag im Outlet erworben habe, gelaufen und das absolut schmerzfrei. Bin auf morgen früh gespannt! Insgesamt ist mir aufgefallen, dass mir Ruhetage nicht wirklich bekommen. Danach ist die Sehne immer etwas zickiger.
Heute war zudem noch Stromausfall. Nach einem lauten Knall wurde es dunkel und Leute rannten auf die Straße und jeder wollte wissen, was das war. Ich bin dann im stockdunkeln erst einmal duschen gegangen, da ich gerade vom Laufen zurückkam und es doch langsam Herbst und kühl wird und ich mich aufwärmen musste. Nach ca. 45min hatten wir dann auch wieder Strom!

08.10.2011 The race is on…
Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich Schnee in den Bergen. Letzte Nacht hat es geregnet und in den Bergen geschneit. Es ist sehr kalt, mit Maximalwerten von 6 Grad heute, in der Nacht war die Temperatur nahe dem Gefrierpunkt. Perfektes Wetter, um es sich mit dem Laptop im Bett gemütlich zu machen und den Ironman Hawaii live zu verfolgen. Gerade ist die Führende nach neuem Radstreckenrekord auf die Laufstrecke gegangen. Now, the race begins! Yay, bald wird es richtig spannend!


07.10.2011 The weather changes…
Sturm, Orkanböen und Regen… es wird Herbst in Boulder. Nach einem 2-stündigen Schwimmtraining am Morgen, bin ich nachmittags mit den Brasilianerinnen und einer Peruanerin nach Denver in die Outlet-Village gefahren. 300 Dollar später gings abends wieder nach Hause. Mit vielem neuen Sport-Stuff im Gepäck ;) Danach habe ich mich noch von Brandon und Jack überzeugen lassen, mit auf die 13th St zu kommen und somit war ich dann auch mitten in der Nacht im Bett – 20 Stunden nachdem ich aufgestanden war.


06.10.2011 Mountain Lions, Medical Marijuana und Burnt Land
Bei meiner Radtour heute bin ich zunächst Sunshine Road hochgeklettert, ziemlich steil, windig und anstrengend, aber it’s beautiful up there… das hat entschädigt. Leider ist ein Großteil der Vegetation da oben vor 13 Monaten verbrannt, als ein Buschfeuer einiges an Bäumen und auch einige Häuser vernichtet hat. Danach gings ins flachere Terrain, rolling hills only, no more mountains. Aber der Wind hat gute Dienste geleistet und der Rückweg war nicht weniger anspruchsvoll als die Sunshine Road zu Beginn. Kurz vor Ende kam zu den Sturmböen auch noch Regen hinzu und es wurde richtig ungemütlich.
Gestern war ein relativ harter Trainingstag. Zunächst Run-Intervalle im Flachen, danach noch Intervalle auf dem Rad. Vielmehr habe ich an dem Tag dann auch nicht erlebt. Nur noch zwei Dinge, die ich erwähnenswert finde: in den Rockies um Boulder leben Bären und Mountain Lions. Einer der Löwen – max. 2 Jahre alt – hat sich diese Woche auf den Uni-Campus verirrt und in einem Baum verkrochen. Er wurde dann ‚getranquilized‘ und ‚an einen geeigneten Ort in der Wildnis‘ gebracht…
Eine andere Sache, die ich erstaunlich finde ist, dass Marijuana in Colorado sowie 15 anderen US-Staaten zu medizinischem Zwecken legalisiert ist. Es ist allerdings nicht sonderlich schwierig einen Arzt davon zu überzeugen, dass man so eine ‚License‘ benötigt und so gibt es doch relativ viele Läden, die das Zeug verkaufen und entsprechend viele Konsumenten. Keine gute Sache!


05.10.2011
Aufgrund von Sturm und Regen hatte ich dann gestern doch noch einen Ruhetag. Den hab ich dann angenehm mit anderen Hostelbewohnern auf der ‚Porch‘ des Hostels ausklingen lassen. Die Amerikaner (Brandon aus LA und ein Mädel aus New York) waren eindeutig in der Unterzahl, Europa dominierend (2 Belgier, 1 Niederländer, 1 Däne, 1 Brite, 1 Finnin und ich), hinzu kam noch ein Native American Navaho Indianer. War sehr lustig und mit 1:30Uhr auch viel zu lang. Aber der Abend war so mild, dass ich sogar in T-Shirt, kurzer Hose und FlipFlops draußen saß!

Nun muss ich mich mal motivieren, gleich mal ein paar Lauf-Intervalle zu absolvieren!


04.10.2011
Ich lasse meinen Blog schleifen… aber nun mal wieder ein Update. Heute Mittag geht’s mal wieder zu In Motion Rehab – wie jeden Dienstag für die Sehne. Letzte Woche dachte ich, es würde besser werden, aber seit meinem lockeren Lauf am Samstag ist die Sehne nicht mehr so toll. Ich würde fast sagen, alles wieder wie vorher. Mist! Heut Nachmittag wird’s dann wieder Rad-Intervalle mit Talita geben, wenn es nicht gewittert… Aber der Reihe nach.

Freitagabend war ich mit Talita, Juliana und Carlos an der Pearl Street Pizzaessen. Die drei müssen schon schlechte Erfahrungen gemacht haben, zumindest bestanden sie darauf, dass wir unsere beiden Familienpizzen ‚not spicy‘ bestellten. Die Pizza Hawaii war dann auch ganz lecker, die Thai Pizza fanden wir aber alle zu extrem, Talita konnte sie gar nicht essen und Carlos und mir rann der Schweiß von der Stirn. Immerhin gibt’s hier kostenlos Wasser zum Essen dazu und selbst den Cocktail, den Talita bestellt hatte, konnte sie 3x kostenlos ‚refillen‘ lassen.
Am Samstag wollte ich an einem Cross Country Lauf hier teilnehmen. Als ich morgens dort ankam, war ich allerdings von den verdammt schnell aussehenden Mädels etwas eingeschüchtert. Dennoch lief ich die Strecke ab und entschied dann, dass ich nicht starten würde. Es war ein doch recht steiniger Trail mit vielen Bergauf- und Bergabpassagen – nicht so wirklich Sehnen- und Fußgelenks-freundlich. Also schaute ich mir das Rennen nur an (und lief hinterher noch eine Stunde locker). Das Rennen war der Hammer. Die ersten Mädels waren sehr schnell, die hinteren verdammt langsam, für die hügeligen und technischen 5,8km brauchte die Siegerin 20:29min, die letzte kam nach 42min ins Ziel. Aber der Start war gigantisch. Auf etwa 100m Breite reihten sich die Läuferinnen auf, ganz links die ‚Open Runners‘, daneben 18 University Teams, die jeweils einen eigenen Startblock für sich hatten. Insgesamt wurden 171 Mädels auf die Strecke geschickt. Ein so großes Feld habe ich noch bei keinem Crosslauf in Deutschland gesehen. Beeindruckend! Der Sieg ging an CU, sowohl Einzel als auch Mannschaft und bei den Herren ebenfalls. Da sieht man mal wieder, dass Boulder doch eindeutig das Sportmekka hier ist.
Auf meinem Rückweg kam ich mitten durch die CU Buffs Party, die Vorbereitung auf das Football Game der ‚Local Heroes‘. Die Party vorher war super, der Hype für die Uni-Mannschaft ist enorm, das Spiel war es aber wohl weniger. Zum 6. Mal infolge verloren die Buffs. Im Gegensatz zum Fußball in Deutschland wird allerdings hinterher nicht randaliert, alles blieb sehr ruhig, aber die Party im Nachhinein blieb natürlich auch aus. Dafür wurde ja im Vorfeld mit jeder Menge Musik, Barbecues und Ständen gefeiert.
Am Sonntag stand dann die, glaube ich, härteste Radtrainingseinheit meines Lebens an. 4:16 Stunden mit Taliata (anfangs, bis wir uns verloren) vollgepackt mit Intervallen. Zunächst Intervalle in den Bergen (irgendjemand grüßte mich auch mit ‚Hi Dana‘ als ich gerade in der Abfahrt war, ich habe aber bis jetzt keine Ahnung, wer das war, denn ich glaube, hier niemanden zu kennen?!), dann Intervalle im Flachen, dann wieder Intervalle am Berg. Autsch!! Talita ging anschließend noch Laufen, ich war froh, dass meine Achillessehne dies nicht zuließ. Andernfalls hätten wohl meine Oberschenkel gestreikt. Abends sind wir dann noch ins Kino gegangen: Dolphin Tale. Ein süßer, aber auch trauriger Film! Interessant fand ich, dass man in den Kinos hier freie Platzwahl hat.

Ich muss demnächst auch unbedingt mal wieder ein paar Bilder online stellen, gab einige ‚interessante‘ Dinge zu bewundern… The things you see… unter anderem eine riesig-lange Partylimousine, Saltischlagende Slackline-Könner und bunte Gestalten an der Pearl Street.


30.09.2011
Und mal wieder sind einige trainingsintensive Tage verstrichen, sodass ich mir heute bei schönstem Sonnenschein, wolkenlosem Himmel und 28 Grad einen Ruhetag verdient habe :) Wobei ich nachher eventuell noch locker Plantschen gehe, aber tendenziell lass ich das heute mal sein. Denn einen Tag komplett OFF hatte ich hier noch nicht und mein Körper schreit förmlich danach. Gestern die eigentlich lockere Radausfahrt in den Bergen war nicht so locker wie erhofft. Lag zum einen wohl an der Vorermüdung der beiden Intervalltrainingstage zuvor, aber sicher auch an dem 55minötigen Anstieg hoch nach Flagstaff Summit und darüberhinaus mit durchschnittlich 10-12 % Steigung und Spitzen bis 20%. Ich bracuh definitiv eine andere Übersetzung, Rotor 40 vorne und 25 hinten ist genauso untauglich wie 52-12 als größte Übersetzung. Ich traf auf dem Weg hoch nach Flagstaff einen Einheimischen, der fuhr 34-29 als kleinste Übersetzung. Und selbst er konnte nicht alles im Sitzen fahren :D Morgens stand bereits schwimmen mit den Brasilianerinnen auf dem Programm. Und Schwimmen ist etwas, woran ich immer erkennen kann, ob ich noch frisch bin oder das Training schon schlaucht. Wenn ich beim Schwimmen keine Power mehr verspüre ist es Zeit für Erholung und so ging es mir gestern Morgen. Also Ruhe heute. Auch wenn ich bei dem super Wetter am liebsten schon wieder aufs Rad springen würde. Aber auch die Regeneration ist ein wichtiger Trainingsbestandteil, um besser zu werden... Da ich ja heute hätte ausschlafen können, ging es gestern Abend noch mit Jack, Brendon und Rich Downtown. Drei verschiedene Bar abchecken. War nett, in der 2. gab es sogar (ganz ordentliche) Live-Musik. In der 3. war Hipsters-Night, alle waren wie in den 80ern gekleidet, es gab entsprechende Musik dazu und es wurde exzentrisch getanzt und von uns beobachtet. Gegen 0 Uhr sind wir dann allerdings zurück ins Hostel. Das ist das Schöne hier. Man muss nicht bis zur Morgendämmerung feiern, Parties gehen schon um 9 Uhr los und spätestens 1:30 Uhr geht die Musik aus und das Licht an :) Sehr Sportler-freundlich!

Am Mittwoch-Morgen konnte ich mich um 5:30 Uhr nicht aufraffen, aufzustehen und zu Dave Scotts Lauftraining zu gehen. Wieder nicht! Dabei wäre das wohl die letzte Chance gewesen, nächste Woche ist er bereits in Kona. Aber ich hatte drei gute Gründe, liegen zu bleiben: 1. es war noch dunkel und kalt draußen und viel zu früh, 2. ich hatte das Gefühl, gerade erst von den harten Radintervallen des Vorabends mit Juliana zurück zu sein (6x 3min volles Brett, danach 30min in TT-Position, ich alles vorweg, Juliana hinterher. Insgesamt hatten wir zuhause 85km und trotz vieler Ampeln und langsamen Passagen in der Stadt noch einen 33er Schnitt - autsch!!) und 3. ist meine Achillessehne am Morgen nie perfekt, auch wenn ich diese Woche die Behandlung am Vortag deutlich besser weggesteckt habe - mit weniger blauen Flecken an der Wade - als noch die beiden Wochen zuvor!
Also hab ich noch 2 Stunden Schlaf drangehängt, dann meine Achillessehne erwärmt (Tipp vom Doc), gedehnt und ab gings zu den Bergintervallen. 1:36 Stunden Bergauf und -ab. Sehne hielt, Wade merkte ich nur leicht und insgesamt eine super Session. Danach 3 Stunden erholen und ab aufs Rad. Zu Beginn flach, dann noch mal ab in die Berge und zu meiner Überraschung hatte ich nach dem Vormittagsprogramm (und den Intervallen am Vortag) noch richtig Druck :)


26.09.2011
Ich muss endlich mal wieder meinen Blog aktualisieren, nachdem ich die letzten Tage aufgrund von Training, Top-Wetter und streikendem Laptop nicht zum Aktualisieren des Blogs gekommen bin, will ich das nun endlich mal nachholen. Die Zeit rast. Wie schnell doch alles vorbei geht!
Freitag war dann wirklich Ruhetag, die einzige sportliche Aktivität war locker Plantschen, bisschen Technik - das war's. Danach wollte ein Inder aus dem Hostel unbedingt noch Downtown - Bars abchecken. Da sich sonst keiner seiner erbarmte, hab ich mich doch überreden lassen. Wir waren gegen 22:30 Uhr dann in einem Club an der Pearl Street Mall, nachdem wir zuvor noch über das Straßenfest an der Pearl Street geschlendert sind. Zu der Zeit war es noch recht leer, nur alle Pool-Tische waren leider belegt. Aber sehr lustig, einigen dort zuzuschauen. Sooo schlecht bin ich doch nicht ;) Das eine Mädel, das ständig geschummelt hat, hat uns dann auch zu einem Match eingeladen, als wir gehen wollten, aber da ich Samstagmorgen mit den Brasilianern verabredet war, sind wir gegangen.
Um 8.30 Uhr ging's dann bei Talita los Richtung Estes Park. Ich hielt es für keine gute Idee, dort am Samstag hinzufahren aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens auf der schmalen Straße (Highway 36), aber die beiden Brasilianerinnen und die neu dazugestoßenen Männer (Columbianer und Saudi Arabier) wollten dennoch dorthin. Talita meinte noch, wir könnten ja umkehren, wenn es zu voll sei. Okay, los ging es. Die Männer merkten noch kurz an, dass sie aber nicht sehr fit auf dem Rad seien und schon enteilten sie Talita und mir. Juliana biss sich im Windschatten der beiden fest, aber ich sah keinen Sinn in einem Ausscheidungsrennen auf den ersten Kilometern. Bis nach Lyons, wo es in die Berge geht, sind sie Talita und mir an jedem Hügel weggefahren und im Flachen und bergab kamen wir wieder heran und mussten im Windschatten immer bremsen. In Lyons ging's dann in die Berge und die drei drückten wieder richtig auf's Tempo. Talita meinte, ich solle nicht auf sie warten und mit denen mitgehen. Dazu hatte ich aber aus zwei Gründen keine Lust. 1. ist der Anstieg 21 Meilen lang und 2. war verdammt viel Verkehr. Ein Auto nach dem anderen, eine endlose Blechkette. Da wollte ich nicht noch in einer Gruppe fahren. Den Abstand, den sie im ersten km rausfuhren, blieb allerdings bis Meile 9 konstant, zumindest für den Columbianer und Juliana. Der Saudi begann etwa bei Meile 6 einzubrechen und wurde verdammt kangsam. Lag vielleicht auch daran, dass sein Sattel min. 15cm zu tief war (was sehr lustig von hinten aussah). Jedenfalls konnte er nicht an mir dran bleiben. Ab Meile 9 holte ich dann auch auf dien anderen beiden auf. Bei Meile 10 ging ich vorbei. Und bis Estes Park hatte ich nun zwei Schatten an mir kleben. Teilweise klangen sie nicht mehr so frisch hinter mir, aber sie blieben dran. Ich hatte dafür vorne gegen den heftigen Wind zu kämpfen, mit dem man es immer in den Rockies zu tun hat. Als wenn 21 Meilen bergauf am Stück nicht schon genug seien, hat man immer noch starken Gegenwind dazu! Toll, Training soll sich ja auch lohnen :) In Estes Park angekommen, wollten die beiden einen Shop suchen, um Wasser nachzufüllen. Ich hatte noch genug und wollte nicht warten, sondern lieber den anderen beiden entgegen fahren. Da die letzten beiden Meilen nach Estes Park bergab gingen, musste ich diese nun wieder hinauffahren, aber ich ging davon aus, dass die anderen bald mir entgegenkommen würden. Das war dann allerdings erst kurz vor dem Ende der Steigung der Fall. Ich wollte umkehren und wieder mit ihnen bergab rollen, aber dazu musste ich erstmal ein Loch zwischen der Autolawine finden. Nach ca. 2min gelang mir dies auch. Die anderen beiden hatten am Aussichtspunkt mit dem Estes Park Schils angehalten und warteten. Da es schon fast Mittag war und ich nachmittags mit Jack zum Bull Riding wollte, machte ich nur schnell ein Foto von Talita und dem Schild und sagte ihr, ich würde alleine zurückfahren. Dies hatte auch den Vorteil, dass ich dann ab Lyons auf weniger befahrerne Seitenstraßen ausweichen konnte und nicht wieder den ganzen Rückweg auf dem Highway 36 verbringen musste. Nach 4,5 Stunden war ich dann wieder am Hostel und konnte mich auf das Bull Riding Event vorbereiten. Ich war nicht sonderlich überzeugt, dass ich das toll finden würde, aber Jack hatte es in seiner Begeisterung für diesen Sport geschafft, mich zu überzeugen, mitzukommen und es wenigstens mal gesehen zu haben. Also wollte ich mit die World Championships im Bull Riding anschauen. Wir hatten allerdings etwa 1,5 Stunden Fahrt vor uns, da das Event in Loveland stattfand. Also wollten wir um 16 Uhr los, 19 Uhr sollte es losgehen. Jack sprang um 16 Uhr allerdings erst unter die Dusche, also musste ich noch warten. Dann ging es in Jack's riesen Ami-Limo los Richtung Loveland. Unterwegs stoppten wir noch in einem Fast Food Lokal, von denen es hier bestimmt 20 verschiedene Ketten gibt und dann kamen wir an. Vor Ort musste er erst noch mit Bier vorglühen und dann sind wir rein. Es war ziemlich leer, was überraschend war, da es schon 18:40 war. Dann gab er mir mein Ticket und ich stellte fest, dass Einlass 19 Uhr war, los ging das Ganze erst 20 Uhr. Okay, irgendwie war Jack etwas verpeilt. Na gut. Also warten. Er meinte, noch mal raus zum Auto und seinen Bierdosen zu müssen. Das Bier drinnen war ihm mit 7 Dollar dann doch zu teuer. Als wir wieder raus wollten, wurden wir aber darauf hingewiesen, dass es keinen erneuten Einlass geben würde. Jack verhandelte mit dem Typ, mit dem wir schon Probleme beim ersten Einlassversuch hatten (Rucksack okay, aber keine vollen Flaschen; wir also zurück zum Auto, vollen Flaschen dagelassen und leere zum Befüllen mit Leitungswasser wieder mitgenommen, das war okay!). Und wir durften raus und würden auch wieder reingelassen werden. Mir war das Ganze zu dem Zeitpunkt schon ziemlich peinlich, da wir den Typen schon so oft bequatscht hatten und er mit seinem komischen, amerikanischen Humor irgendwie nicht meinen Humor traf - scheinbar ein knallharter Typ, der sich an die Regeln hält und dann ging doch alles irgendwie... Na gut, nun aber zum Bull Riding. 20 Uhr ging es also los. Mit dem typisch amerikanischen Begrüßunggedöns: Zuerst ein Gebet (hier ist irgendwie jeder mega-gläubig, bei der IM 70.3 WM wollten sie mich ja auch schon bekehren), dann Nationalhymne live vorgetragen (und alle singen mit) und dann Sprüche wie 'We can be proud to be American', bei dem alle loskreischen und johlen und klatschen, etc. Nachdem die Amerikaner sich und ihre Nation 10min lang stehend gefeiert hatten, ging es dann los. Ich kam mir in den vorangegangen 10min ziemlich außenseitermäßig vor. Hier war das Ganze noch überzogener, Amerika-bejahender als beim Ironman 70.3, aber es wiederholte sich einiges. (Auch wenn ich radeln bin, seh ich fast an jeder Ecke eine amerikansiche Flagge, es ist einfach unglaublich soviel Patriotismus und der Stolz, den jeder einzelne verspürt, Amerikaner zu sein! Als seien sie was Besseres als der Rest der Welt!) Nun zum Bull Riding. Aufgrund der langen Radtour durch die Berge war ich schon gut müde und dass nach jedem max. 8 Sekunden andauernden Ritt (die meisten fielen jedoch eher) eine etwa 3minütige Pause entstand trug nicht gerade dazu bei, dass ich besonders wach war. Auch der ganze Hype ging etwas an mir vorbei. Ich fragte mich eher, warum man sowas mache, was nun das Mitreißende daran sei und vor allem, warum das eine WM war, wo die meisten nach 2sec runterfielen!! Und warum es 100.000 Dollar Preisgeld für den Sieger gab und das Event mehr Sponsoren als die Triathlon 70.3 WM und mächtig TV-Präsenz hatte. Irgendwas macht Triathlon falsch! Nach 2:15 Stunden war dann die Entscheidung gefallen und es siegte mit einem 19-Jährigen der jüngste Teilnehmer. Meiner (und auch Jack's) Meinung nach unverdient und wahrscheinlich vorher beschlossen. Die gesamte Punktvergabe war absolut nicht nachvollziehbar und mindestens 2 andere waren deutlich besser gewesen als der Sieger (Jack überlegt, eine Beschwerde-Mail hinzuschicken). Jack ist an dem Abend in diesem Sport aber total aufgegangen und hat sogar ein Date mit einem Bullen für das nächste Wochenende klar gemacht. Das wird sein erstes Mal Bull Riding werden. Er bot an, mich mitzunehmen, aber ich werde dann doch lieber mein eigenes Training vorziehen :) (Überhaupt, wo sind denn eigentlich die Frauen in dem Sport? Eine reine Männerdomäne, wie diskriminierend! ;)) Gegen 0 Uhr waren wir dann zuhause und ich bin auch gleich ins Bett. Eigentlich wollte ich am Sonntagmorgen mit Talita Bergintervalle laufen. Als mein Wecker klingelte und die Sonne so schön schien, entschied ich mich aber doch für Radfahren. Es ging hinauf Lee Hill Drive und via Olde Stage auf den Left Hand Canyon und dann knapp 20 Meilen bergauf nach Ward. Das letzte Stück vor Ward war allerdings echt steil und hat mich mal wieder daran erinnert, dass ich mit der absolut falschen Übersetzung in die USA gereist bin. Vor dem Wettkampf in Las Vegas sollte ich zusehen, dass ich irgendwie noch eine 39-53 Übersetzung (mindestens, die Pros sind in Las Vegas alle mit 55er Blatt vorne gefahren und ich hab nur 52!) bekomme. Meine jetzige ist weder bergauf noch bergab geeignet, eher für das flache Norddeutschland ;) Von Ward ging es dann weiter auf der Höhenstraße Peak to Peak nach Nederland. Das ist ein recht großer Ort oben in den Rockies mit einem riesigen Stausee und einer Staumauer, die ziemlich hoch ist und dahinter geht es einfach mal einige Hundert Meter senkrecht nach unten und dann geht es normal mit dem schmalen Canyon weiter, der runter nach Boulder führt. Das Ortseingangsschild Nederland hatte mir mitgeteilt, dass ich mich nun auf 8.236 Feet Höhe befand, Boulder liegt auf 1.655 Meter!! Hmmm, müsste man jetzt umrechnen. Auf jeden Fall ging es von Nederland aus 17 Meilen, also knapp 30km, bergab nach Boulder mit zum Teil 10% oder 8% Gefälle. Als ich am Hostel ankam, war ich ziemlich müde, wollte dennoch einen Anschlusslauf machen. Nachdem ich einen Liter Apfelschorle in mich gekippt hatte (die letzten Tage erinnern mich sehr an Las Vegas, sehr warm und extrem trockene Luft!!) ging es dann Richtung Chautauqua und den Trails. Ich fand den Mesa Trail und war überrascht, wie steil es war. Meine ON Schuhe sind nun auch Trail-erprobt, auch wenn stellenweise Trail-Runningschuhe schon sehr vorteilhaft gewesen wären. Viele Steine, Geröll, Stufen, Baumstämme, Löcher, Kanten und seitlich steile Abhänge. Gut besucht war der Trail auch, zwar nur wenige Läufer, dafür aber umso mehr Hiker (großteils mit Hunden). Nach 40min gerbauf wendete ich und bergab war kaum schneller, da ich auf dem Trail lieber aufpassen wollte, dass ich mir nicht noch das Fußgelenk breche. Nach 1:06 Stunden war ich dann allerdings wieder am Hostel und auch gut platt von dem Training. Heute war daher Ruhetag bei erneut 30 Grad und Sonne! Morgen hab ich wieder mal einen Achillessehnen-Termin. Gestern der Lauf war eigentlich schmerzfrei, aber heute Morgen war alles wieder sehr steif und beim Treppenruntergehen zwickte es ganz schön!


22.09.2011 Schneegrenze erreicht
Gestern Abend war ich mit Talita noch in der Gym und anschließend schwimmen. Danach war ich dann aber auch super müde.
Heute Morgen ging's dann aufs Rad. Ich wollte lockere 4 Stunden in den Bergen fahren - nach Estes Park, was uns am Samstag wegen des Regens verwehrt geblieben war. Anfangs waren meine Beine ein wenig schwer, aber als ich am Anstieg in Lyons ankam, fühlte ich mich super. Bergauf fuhr ich immer 4min im Sitzen und 1min stehend. An der Kreuzung vor Allenspark war ich dann auch eine Viertelstunde schneller als am Samstag im Windschatten von Joao. Nach 2:15 Stunden. Der Anstieg war dort aber noch nicht vorbei. Insgesamt ging es 2:40 Stunden am Stück nur bergauf. Im Nationalpark Rocky Mountains war ich dann der Schneegrenze auch verdammt nah. Und frisch war es auch. Da ich nur 4 Stunden radeln wollte, dachte ich, mein Isogetränk von Sponser würde ausreichen, sonst hatte ich nichts mit. Die Runde war aber doch länger als die Brasilianer mir versichert hatten ("ab jetzt gehts nur noch bergab") und es ging weiter bergauf. 17 Meilen vor Lyons fing ich dann auch an, die Meilen rückwärts zu zählen. Ab Meile 12,13 bis Lyons ging es dann auch endlich bergab. Viel weiter bergauf hätte ich nicht mehr geschafft. In Lyons hab ich mich dann an der Tanke erst einmal mit Zucker verpflegt und dann ging es weiter. Meine Beine wollten immer noch nicht wieder so richtig. Dann kamen mir auch noch die ganzen Pros (u.a. Chrissie Wellington) entgegen und ich hoffte nur, dass sie nicht vor Lyons wenden und an mir vorbeifliegen würden. Taten sie zum Glück nicht. Insgesamt war ich knapp 6 Stunden unterwegs und hab trotz der Berge einen 26er Schnitt auf dem Tacho gehabt. Vielleicht war ich deswegen auch so platt ;) Danach hab ich dann nur noch Nudeln gekocht, aber essen war echt anstrengend. Nach einiger Zeit abhängen in der Küche ging es aber wieder besser und so bin ich mit Jack und Brendon sogar noch in die Bars on 13th Street gegangen. Die erste gefiel mir besser, ein DJ hat Trance-Musik aufgelegt. Das war aber wohl nicht so der Geschmack der beiden, sie fanden es zu "europäisch" ;) Okay, ich muss zugeben, es war sehr laut und ich habe immer nur Bruchstücke der Unterhaltung mitbekommen, aber immer fleißig genickt und "Yes, yes" gesat :D Danach sind wir noch in einen ruhigeren Pizzaladen, haben was getrunken und uns noch ein bisschen unterhalten und sind dann 23:30 Uhr zurück zum Hostel. Dann ging es für mich doch endlich ins Bett. Morgen ist Ruhetag :)


21.09.2011
5:15am... mein Wecker klingelt. Ich stehe auf und schleppe mich ins Bad ein Stockwerk tiefer. 6:45am findet das Lauftraining mit Dave Scott statt. Ich teste, wie fühlt sich meine Achillessehne heute an? Es ist noch früh, sie ist etwas steif. Die Wade tut mehr weh. Die Sehne ist eigentlich ganz gut. Dann gehe ich raus vor die Tür... und beschließe, mich wieder ins Bett zu legen. Es ist dunkel, kalt und irgendwie nicht meine Zeit für Intervalle auf der Bahn. Zumal das Mittrainieren bei Dave richtig Geld kostet und ich nicht mal weiß, ob meine Sehne das Einlaufen übersteht. Und bis zum Stadion sind es auch 6km und Jacks Rad hat kein Licht. Wenn mich die Police anhält sind 100 Dollar fällig. Also geht's zurück ins Bett. Einschlafen kann ich zunächst nicht so richtig. Eine Stunde später geht's dann doch. Als ich das nächste Mal aufwache ist es 8:30am. Immer noch zieht kühle Luft unter meinen Fensterläden hindurch. Ich frühstücke und beschließe dann, doch mal Laufen auszuprobieren. Die Wettervorhersage sagt zwar trocken, aber nur 15 Grad an. In den Bergen also 5-10 Grad maximal und um 9 Uhr sind sogar unten in Boulder nur 8 Grad. Dort, wo die Sonne hinscheint ist es dennoch angenehm, im Schatten kühl. Ich nehme den Trail entlang des Canyon Drives. Es geht stetig bergauf. Nach 20 lockeren Minuten beginne ich mit Intervallen. Bergan. Ich muss lernen, den 'Overstride' wegzubekommen. Ich setze meinen Fuß vor dem Knie auf, habe dort einen positiven Winkel, das darf, sollte nicht sein. Der ganze Körper müsste mehr nach vorne geneigt sein, der Fuß weiter unter dem Körper aufsetzen. Berganläufe sollen helfen, das zu trainieren. Ich merke aber, dass ich mich am Berg selbst bremse und immer noch den Fuß nicht vernünftig gesetzt bekomme. Einerseits frustriert mich das, andererseits, wie sollte es plötzlich problemlos gehen, nachdem ich 28 Jahre anders gelaufen bin!? Insgesamt war die Einheit super, ich war 1:26 Std. unterwegs und nach anfänglichen Sehnen-, Wadenschmerzen und einem leichten Steifheitsgefühl, verschwanden diese Probleme. Auch nach dem Lauf keine Schmerzen. Ich bin auf morgen früh gespannt. Nachmittags wollte ich eigentlich noch locker radeln. Aber mir ist es dann doch zu kalt. Morgen sollen es wieder knapp 10 Grad mehr werden... Vielleicht gehe ich nachher noch mit Talita schwimmen. Mal schauen...


20.09.2011
Der 2. Termin für meine Achillessehne verlief ähnlich schmerzhaft wie der erste. Heute wurden im Anschluss nur zusätzlich noch Akkupunkturnadeln in Wade und Sehne gestochen. Autsch! Wobei die Nadeln im Gegensatz zu der manuellen Bearbeitung kaum zu spüren waren.
Danach war ich abends mit Talita noch Intervalle auf dem Rad bügeln. Ich vorweg und sie hinterher. Irgendwann musste sie dann aber doch reißen lassen. Trotzdem war es viel motivierender, so ein Training zu zweit zu absolvieren. Alleine wäre mir heute eher nicht nach Intervallen gewesen. Die Sehne habe ich auch nicht gespürt, nur die mal wieder stark in Mitleidenschaft gezogene Wade. Zum Glück habe ich den nächsten Termin erst wieder in einer Woche und nicht schon nach 5 Tagen wie dieses Mal. Dann haben die blauen Flecke hoffentlich genug Zeit, wieder zu verschwinden.


19.09.2011
Heute standen 3,5 Stunden radeln in den Bergen bei 27 Grad auf dem Plan (puh, zunächst hab ich nicht die richtige Straße erwischt und bin mal wieder in den mega steilen Ecken gelandet – autsch!!). Auf dem richtigen Weg dann hoch nach Jamestown kam mir auch Chrissie Wellington entgegen. Auch viele andere, extrem schnell aussehende Mädels auf Tri-Rädern waren unterwegs. Allerdings trainiert jeder für sich alleine. Und einige ‚Deers‘ sind auch über die Straße gehüpft – dafür gab’s dort kaum Autos :) Nach dem Radeln war ich dann gut platt und bin erst mal eingeschlafen. Zum Glück hatte ich mir einen Wecker gestellt und war so pünktlich um 18 Uhr am CU Pool, wo ich mit Talita wieder schwimmen war. Das Hauptprogramm war 3x (400 + 3x150), dann noch bisschen Paddles und Technik. Insgesamt 3800 Yards :D Die Pläne schreibt ihr übrigens Dave Scott. Also werde ich da wohl mal mittrainieren – kann ja nicht schaden ;) Wir wurden allerdings nach 30min gestern aus dem großen Pool geworfen und mussten in die kleine Nebenhalle, die aber auch 25 Yards hat. Der Grund war das Triathlontraining der CU Studenten. Da nehmen 50 Leute teil! Echt Wahnsinn! Die Bahnen waren echt alle ‚packed‘! Super eng, aber Talita als Student will sich denen anschließen. Nicht-Studenten sind dort allerdings nicht willkommen :(
18.09.2011
Heute war ein easy Trainingstag angesagt. Das Wetter war genial und so wollte ich wenigstens locker rollen. Ich fuhr in Richtung Osten, wo alles relativ flach ist. Es gibt zwar ein paar leichte Wellen, aber im Gegensatz zu den Rockies im Westen alles easy. Leider relativ viel Verkehr und da wurde mir doch erst mal so richtig bewusst, wie privilegiert ich doch bin, in Braunschweig wohnen zu dürfen, wo es für Radtraining absolut genial ist. Tolle Landschaft, leicht wellig und kaum Autos. Hier reiht sich selbst sonntags eins an das andere. An, auf und neben der Straße gibt es aber auch mindestens ebenso viele Grashüpfer und Murmeltiere. Und abends hört man überall Grillen zirpen. Der Rückweg war dann doch recht windig, dafür entschädigte aber der Blick auf die Rockies mit ihren schneebedeckten Gipfeln.

Im Anschluss traf ich mich noch mit Talita am CU (Colorado University) Campus und wir sind dort schwimmen gewesen. Der Eintritt kostet 6 Dollar, dafür darf man den ganzen Tag sämtliche Sportangebote dort nutzen (okay, hat sich für mich nicht richtig gelohnt, da wir nur eine Stunde schwimmen waren, aber ich hätte mich ebenso noch in der Muckibude, auf dem Laufband, in der Eishalle, in der Kletterhalle, in der Squashhalle, auf dem Basketballplatz, auf den Ergometern und sonst auch überall austoben können. Wahnsinn (mal wieder), was die so alles haben. Und so ist der CU Campus am Wochenende auch recht belebt. Der Pool hatte eine super angenehme Temperatur, absolut perfekt, weder zu kalt, noch zu warm. Allerdings ist er nur 25 Yards lang. Wir sind dann mal 100er geschwommen und haben so getan, als seien es echte :D Schwimmen mit Talita ging super. Ich war einen Mini-Tick schneller, aber im Prinzip hatten wir das gleiche Tempo. Und jeder hatte eine Bahn für sich. Die Bahnen erinnern mich aber mehr an Lanzarote als an Deutschland. Drei Bahnen hier, wären zwei in Deutschland von der Breite her.

Als ich vom Schwimmen zurück kam, dämmerte es bereits. Auf der Vorterrasse saß Jack und ich setzte mich zu ihm. Wir kamen wieder ins Gespräch und irgendwann gab er mir seinen Fahrradschloss-Schlüssel. Super :) Das dazugehörige Fahrrad darf ich nun auch immer, wann ich will, benutzen. So bin ich dann ein wenig flexibler und kann endlich mal vernünftig einkaufen und muss nicht in dem Mini Grocery Store gegenüber oder an der Tanke zu völlig überteuerten Preisen bei geringster Auswahl einkaufen.


Blick aus meinem Fenster - im Hintergrund die Rockies :)


17.09.2011
Heute wollte ich mich nun erstmals mit den beiden Brasilianerinnen Talita (Pro-Tria) und Juliana zum gemeinsamen Training treffen, nachdem das am Donnerstag ja irgendwie nicht geklappt hatte. Um 9.30 Uhr sollte ich dort sein, war ich auch. Allerdings waren die beiden noch nicht wirklich radfertig. Also luden sie mich kurzerhand ein, mit ihnen zu frühstücken. Es gab Vollkorntoast mit Philadelphia :D Um kurz nach 10 fuhren wir dann mit ca. 10 km/h los, Talita schrieb dabei unentwegt SMS, Richtung Joao (oder so ähnlich) – ein weiterer Brasilianer, der im Gegensatz zu den beiden Mädels aber fließend Englisch spricht und leider morgen schon abreist, Richtung Hawaii, wo er dann auch startet. Wir wollten gemeinsam hoch nach Estes Park fahren. Zunächst geht die Strecke Las Vegas-like mit Rolling Hills nach Lyons und von dort aus geht es 36 Meilen bergauf eine schöne Straße mit vergleichsweise wenig Verkehr nach Estes Park. Das Tagesziel haben wir leider nicht erreicht. 18 Meilen vor Estes Park mussten wir aufgrund einer sich uns schnell nähernden Regenwand umdrehen und nur wenige Augenblicke später wurden wir richtig nass. Das ist in 2.000m Höhe bei einer Abfahrt, die ich mit 75km 18 Meilen lang bergab gefahren bin nicht wirklich warm!! Der Anstieg bis dorthin hatte aber super viel Spaß gemacht. Ich bin mit Joao gemeinsam den Berg ‚hochgeheizt‘. Zunächst war die Steigung unten noch nicht allzu stark, die ersten km hatten wir noch 20km/h auf dem Tacho. Irgendwann näherten wir uns aber der 15 und schließlich auch der 10. Zwischendurch stoppten wir immer mal wieder, um auf die anderen beiden zu warten. Das war allerdings eine recht kühle Angelegenheit *bibber* Juliana hat dann auf dem Rückweg zwischen Lyons und Boulder auch einige Angriffe gestartet, Joao hat gekontert, aber Juliana konnte nicht mehr mitgehen. Ich fiel auch etwas zurück und Talita war schon eine ganze Ecke zurück. So kam es dann, dass wir die letzten 20km ein Einzelzeitfahren gefahren sind, bei dem ich immer zwischen 36 und 44 km/h auf dem Tacho hatte. Das hat mir dann letztendlich wohl auch den super Schnitt von über 28km/h eingebracht, trotz dieser extrem langsamen Ortsdurchfahrteinlagen auf dem Hin- und Rückweg durch Boulder und dem langen Anstieg. Alles in allem hat die Ausfahrt mit den Brasilianern Spaß gemacht, war aber von Stopps und Ausscheidungsrennen geprägt :D

Zurück zu Hause gabs für mich noch einen kleinen Anschluss-Koppellauf. Der war jedoch relativ langsam und die Sehne tat auch etwas weh. Zunächst ging es über den CU Campus, dann am Canyon entlang, dann auf einen Trail, dort sah ich dann auch meine erste Schlange, die aber recht klein war. Dachte zunächst es sei ein Halsband oder eine Kette, bis sich diese dann bewegte.

Als ich zurück zum Hostel kam, hab ich meinen Aufenthalt nun bis 11.10. verlängert, dann auch noch Shuttle und Flug gebucht, geduscht, Waschmaschine angeworfen und Spaghetti gekocht. Zunächst war ich alleine in der Küche. Dann kam jedoch ein Franzose mit amerikanischem Pass, Aime, der früher aktiver und im Nachwuchsbereich erfolgreicher Fußballer war und so auch mal nach Dortmund und München gekommen war. Wir haben uns ganz gut und lange unterhalten. Irgendwann wurde es richtig voll in der Küche, interessant und spannend. Es kam dann noch ein 6 Jahre in München lebend- und arbeitender Ami, der gerade seinen ersten Tri gemacht hat. Alles in allem war es ein extrem lustiger Abend. Leider waren 4 Std viel zu schnell rum und es wurde wieder viel zu spät. Muss unbedingt etwas schlafen, in der Höhe braucht man ja angeblich mehr Schlaf. Allerdings ist das dieses WE etwas schwierig. Ist schon die 3. Nacht infolge Party hier. Aber ist ja auch nicht anders zu erwarten, wenn man am University Hill mit 25.000 Studenten wohnt ;) Dieses WE sind allerdings auch viele Veranstaltungen in der Stadt, neben dem Prestige-Footballspiel der Uni-Liga auch noch ein Filmfestival, Eltern-WE der Studenten (da dürfen sie mal gucken, was ihre Kinder so treiben und wie sie so studieren) und noch einige Parties. Langweilig wird’s hier jedenfalls nicht!


Der Brasilianer beim Wassernachfüllen


16.09.2011
War radeln in den Bergen. Wollte von der Hauptstraße runter und habe die erste links in den Rockys genommen, FEHLER! Am Anfang der Straße stand ein Schild 'steep mountain road', keine Prozentangabe und auch sonst nix. habe mir dabei weiter nicht gedacht und musste dann ziemlich bald fühlen. nach ca. 3km musste ich umdrehen, da hab ich es nicht mehr geschafft, mein pedal weiter bei konstanten 5km/h herum zu bekommen. also, ich denke, die durchschnittliche Steigung lag bei 20 Prozent mit spitzen bis zu 23. es war der Hammer. dann bin ich doch die Hauptstraße weiter bis zu den Boulder falls. schicker Wasserfall und viele Kletterer an den steilen wänden. dazu hätte ich auch Lust gehabt, sah toll aus! eine frau sprach mich drauf an, ob ich es denn nicht zu gefährlich fände, mit dem Rennrad auf der viel befahrenen Straße zu fahren... eigentlich wollte ich weiterfahren bis Nederland. das ist von Boulder aus ein 18 Meilen anstieg, anfangs noch sachte, da kann man so 20km/h fahren, nach 10km wird es aber langsamer und ich hatte immer nur noch so um die 11km/h auf dem Tacho. da ich aber dann dachte, dass am 4. tag in der höhe es vielleicht noch nicht ganz so super ist, bis auf 3.200 Meter hochzufahren, bin ich dann umgedreht. Sugerloaf Road wollte ich mir nicht antun, die hatte ich schon von der steilen Magnolia Rd aus gesehen und die war ähnlich anspruchsvoll. Also bin ich dann die einzige andere Straße rein, die es auf der Abfahrt noch gab. Dies hatte ich auch schon als empfohlene Radstrecke gesehen. Nach ca. 12km bergauf kam ich an eine Kreuzung und da waren zum Glück auch zwei Männer. Ich fragte, welcher Weg von beiden denn zurück nach Boulder führte. Als Antwort bekam ich: Beide, aber beide werden in etwa einer halben Meile zur Dirt Road. Na spitze. Da mein Rad von der Regenfahrt gestern eh noch aussieht, als sei es in den Schlamm gefallen, wollte ich es nicht noch dreckiger machen. Also drehte ich um. Nach etwas über 2 Std war ich wieder an meinem Hostel angekommen. Da es aber erst knapp über 40km waren, fuhr ich in die andere Richtung weiter. Auf der Karte hatte ich gesehen, dass dort Richtung Flagstaff noch eine kleinere Straße war. VOLLTREFFER! Dort haben mich dann auch ca. 15 Radfahrer überholt und weitere 20 sind mir entgegengekommen. Das ist wohl die Radstrecke, wo sich hier die Profis rumtreiben. Ich weiß nicht, wer das alles war, aber einige Gesichter kamen mir bekannt vor. Nun ist es Viertel vor 6 und eigentlich wollte ich dann endlich mal bei einem der 20 angebotenen Schwimmtrainings im Flatiron Athletic Club vorbeischauen. Nur leider hat es a) eben angefangen, zu regnen (und dabei scheint die Sonne, aber das nehm ich jetzt mal als Ausrede), b) war ich nach dem Radfahren, obwohl es heut trocken und anfangs sogar sonnig war total durchgefroren und musste mich erst mal 30min Warmduschen (wodurch ich dann leider auch die Einladung einer Mitbewohnerin zum Coffee mit internationalen (auch Deutsche) Studenten verpasst habe - und ich will ja nicht krank werden und schwimmen ist im Outdoor Pool und c) der Hauptgrund, ich bin einfach im A....! Ich bin einen 21er Schnitt gefahren, war nur 3 Stunden unterwegs und fühle mich wie nach einem Ironman. Ich will gerade nur noch auf meinem Bett rumliegen und nichts mehr machen. Ich hoffe mal, das ist die Höhe und nicht meine Unfittness :D
Beeindruckend waren aber vielmehr die 3 Skateboarder, die mit ca. 50 Sachen mir entgegengeschossen kamen, als ich mich gerade den 6km Anstieg hoch zum Flagstaff Summit hochkämpfte. Die drei Jungs waren echt der Hammer! Ansonsten bin ich heute noch einigen Eichhörnchen und zum Glück immer noch nicht der giftigen Rattle Snake, die sich hier rumtreiben soll, begegnet.
Meine Wade ist heute auch schön bunt, grün, blau, lila. Autsch. Dafür konnte ich heut Morgen das erste Mal fast schmerzfrei die Treppen runtergehen (kein Vergleich zu den Tagen zuvor!!) und die Schwellung ist zwar noch drin, aber deutlich weniger als noch gestern. Die Schmerzen scheinen sich also gelohnt zu haben :) Bin auf das erste Mal Laufen gespannt. Das habe ich mir für morgen vorgenommen. Da wollte er sich ja auch noch mal meinen Laufstil auf dem Laufband anschauen.
Ansonsten ist nicht viel passiert. Langsam hole ich den Schlaf nach, könnte hier ewig schlafen und fühle mich 'dauermüde'. Nachts ist's allerdings extrem kalt, auch morgens noch. Es geht eindeutig auf den Winter und die erste Nacht mit Minusgraden zu!


Blick vom Flagstaff Summit - schwer zu erkennen: unten ist Boulder


15.09.2011 - 3
Wollte mich mit der Brasilianerin um 18 Uhr (eher konnte sie nicht) zum Radeln treffen, leider sind die Brasilianer wie die Spanier, laut ihrer Mail waren sie 10min zu spät. 8min nach Treffpunkt-Zeitpunkt bin ich aber weiter. Da es zuvor geregnet hatte, stand ich dort nass bei ca. 13 Grad und war ziemlich am Frieren. Bin dann alleine noch eine Runde durchs Flachland in Richung Denver. Auf dem Rückweg musste ich allerdings ganz schön Gas geben: Sunset war 7.10pm und es wurde schon recht dunkel. Bin dann 7.20 zuhaus gewesen und es war gerade so noch hell genug.
War heute Abend wieder unten in der Küche. Heute waren ein paar mehr Leute da. Ein Ehepaar aus Oklahoma, die über die Radfahrer hier schimpften, Jack, den ich nun schon öfter getroffen habe, er kommt aus Madison, Wisconsin und sucht hier Arbeit und drei andere in etwa meinem Alter. Die hatten viel Spaß und haben dann aus dem Rest einer Gurke eine Kette mit schickem Gurkenanhänger gebastelt, die das Mädel dann auch sich hat umhängen lassen. Passte zu ihrer Sonnenbrille, die natürlich bei der Dunkelheit auch unbedingt nötig war :D
Eigentlich wollte ich morgen früh mal zum Schwimmen beim Flatiron Athletic Club, aber aufgrund der Party gegenüber werde ich das Verschieben. An Einschlafen ist nicht zu denken, also werde ich morgen ausschlafen.


15.09.2011 - 2
Feueralarm - and nobody cares
Gerade hatten wir Feueralarm, extrem laut, extrem schrill und niemand, wirklich NIEMAND hat sich drum gekümmert. Jeder ist in seinem Zimmer geblieben, eine Gruppe saß weiterhin in der Küche mit Akustikgitarre und sang und ein Mann duschte in Ruhe weiter. Ich schien die einzige zu sein, die zumindest mal fragte, ob wir das Haus verlassen müssten. Die Antwort, die ich bekam: 'Nobody seems to care, everyone is so relaxed and I can't smell smoke and it's been the second time now since I'm here'. Das sollte wohl bedeuten 'Don't worry - wird schon nix sein'. Okay...


15.09.2011
Die ganze Nacht durch hat es geregnet, es fing gestern Nachmittag schon damit an. Heute Morgen hat es dann aufgehört, aber es ist immer noch kalt, keine 10 Grad und die Wolken hängen tief in den Bergen. Aus meinem Fenster heraus kann ich die Berge nicht sehen, dabei sind sie eigentlich direkt vorm Fenster.
Heute Morgen hatte ich nun endlich den Termin bei In Motion Rehabilation, das sind die Leute, die die Achillessehne von Pro-Triathlet Patrick Evoe (2. beim IM Louisville vor ein paar Wochen) gefixt haben. Und ich muss sagen, Mark Plaatjes (ja, der Mark Plaatjes, u.a. Sieger 1991 des Los Angeles Marathons in 2:10 Std, Gewinner des Berlin Marathons irgendwann auch so um diese Zeit und Marathon-Weltmeister in Stuttgart 1992!!!) hat ganze Arbeit geleistet mir mit Abstand die schlimmsten Schmerzen, an die ich mich in meinem Leben erinnern kann, zuzufügen. Das nenne ich mal manuelle Therapie! Nicht zu empfehlen für 4 Tage nach einem harten Wettkampf! Er hat versucht, die Faszien in meiner rechten Wade freizulegen und die Kollagene an meiner Achillessehne zu lockern. Dabei ist er mit so viel Intensität da reingegangen, dass die Schmerzen eine glatte 10 bekommen! Am liebsten hätte ich gleichzeitig geheult, geschrien und ins Kissen gebissen. Zum Glück hatte er etwas Mitleid und hat dann immer mal wieder eine kurze Pause eingeschoben. Diese wahnsinnigen Schmerzen haben mich übrigens $110 gekostet und meine Wade ist immer noch knallrot. Nächstes Dienstag komm ich noch mal zum ‚Nachtermin‘ – was ein Spaß ;-) Die nächsten Tage soll ich mit meinen Laufschuhen noch mal reinschneien und er wird noch mal eine biometrische Analyse machen. Außerdem darf ich nach jedem Lauftraining vorbei kommen und kostenlos mir selbst 12min Ultraschall an die Sehne halten, er meinte, das sei eine gute Nachbehandlung. Bisher habe ich noch nicht den Eindruck, dass es deutlich besser geworden ist, außer, dass ich nun noch zusätzlich Wadenschmerzen habe. Mal abwarten. Ich halte euch auf dem Laufenden.
Heute Nachmittag wollte ich nun ja eigentlich mit Talita Radfahren, aber sie hat sich gar nicht mehr gemeldet, ob wir uns um 3.30 oder 4pm treffen. Aber das Wetter ist auch mehr auf Krankwerden ausgelegt als auf Training. Deswegen war ich bisher auch noch nicht im Outdoor-Pool schwimmen. Aber so langsam sollte ich das Training doch mal wieder aufnehmen. Sonst ist meine Zeit in Boulder rum, ehe ich mit dem Höhentraining begonnen habe :D
Das neue Semester hat gerade begonnen und so ist es morgens hier an der Uni sehr hektisch. Die ‚Neuen‘ scheinen alle noch sehr aufgeregt und heut Morgan hatte ich in dem kleinen Gemeinschaftsbadezimmer hier wohl die Rush Hour erwischt. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, startet Uni um 9.30Uhr.

Gestern Abend saß ich noch lange mit 2 Amis in der Küche und wir haben uns unterhalten. Warum muss in den USA immer World War II thematisiert werden?? Außerdem habe ich nun erfahren, dass der eine hier in den USA das 6-fache verdient wie als er ein Jahr in Berlin gearbeitet hat, aber dafür hier nur die Hälfte der Stunden pro Woche abreißen muss. Ah ja?? Außerdem arbeiten Deutsche zu konzentriert und sind sehr organisiert und das ist, warum sie immer so schlecht drauf sind. Okay…

Außerdem habe ich erfahren, dass ich beim Hiken in den Bergen auf giftige Schlangen aufpassen muss und es normalerweise nur max. 10min am Stück in Boulder regnet. Normalerweise…


14.09.2011
Heute Morgen habe ich mein Rad zusammengebaut und nach dem Öffnen des abgeschlossenen Radkoffers festgestellt, dass auch in meiner Radbox eine Karte mit dem Hinweis darauf, dass meine Tasche geöffnet und durchsucht wurde, lag. Wahnsinn. Die müssen dazu 4 Schlösser geknackt und 2 Spanngurte gelöst haben. Und danach alles wieder so verschlossen, dass es mir ohne die Karte nicht aufgefallen wäre. Das nenn ich mal saubere Spionage-Arbeit.
Danach habe ich mich trotz 14 Grad und tief in den Bergen hängenden Wolken mit Winterkleidung ausgestattet auf mein Radel geschwungen. Meine Beine sind vom Wettkampf noch ein bisschen schwer, aber es hat unheimlich Spaß gemacht. Auf etwa 2.000m Höhe habe ich allerdings umgedreht, da dort die Wolken ganz schön drin hingen. Und auf dem Rückweg wurde ich dann auch richtig nass. Danach bin ich noch ein wenig mehr oder wenig flach durch die Stadt gerollt. So eine Rundfahrt ist immer gut, um sich zu orientieren, wenn man neu irgendwo ist. Nun weiß ich auch, dass ich keinen km weit entfernt vom Stadion mit schwarzer (!!!) Tartanbahn weg wohne. Ich nehme mal an, die Runde dort ist 400m lang. Oder doch Yards?!
Aufgrund der Kälte und zunehmender Müdigkeit lieg ich nun mit Laptop auf dem Bett und habe mir erst mal einen Twitter Account zugelegt: Dana_Tri. Scheint man zu brauchen, ich weiß nur noch nicht, wozu :) Ich werde morgen Nachmittag, wenn es nicht regnet, mit Talita und ein paar anderen zusammen Rad trainieren. Sie ist die Argentinierin, die ich durch meinen neuen Facebook-Freund G jetzt per Mail kennen gelernt habe. Wird interessant werden, ihr Englisch ist doch noch recht rudimentär. Ihre mit Google übersetze e-Mail war zum Teil recht lustig. Aber sie wird auch im November bei der ITU WM starten, also könnte es Spaß machen, sich zusammen vorzubereiten :) Ich bin gespannt und hoffe, die Wettervorhersage für morgen behält nicht Recht!


Canyon Drive Richtung Nederland
Druckversion der Seite
RACE-NEWS
21. Oktober 2011
Cardiff by the Sea (San Diego) BLOG
20. Oktober 2011
Boulder BLOG
15. September 2011
Dana auf Twitter
14. September 2011
WM Las Vegas BLOG
12. September 2011
Impressionen Valley of Fire
28. August 2011
Sieg in Celle und Tri11 neuer Neo-Sponsor
19. August 2011
Team www.ggu-software.com beim Wolfsburger Triathlon und ON Running Shoes :)
8. August 2011
Ostseeman Glücksburg
5. Juli 2011
Deutsche Meisterin Olympische Distanz AK25
30. Juni 2011
Aufnahme in die Hall of Fame bei Sponser Sportfood
[1]​[2]​[3]​[4]​[5]​[6]​[7]​[8]​[9]​[10]​[11]​
DANA WAGNER - TRIATHLON - TRAINING • www.webforum.com/danawagner • dana_wagner [at] hotmail.de
Provided by Webforum