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RACE-NEWS
14. September 2011
WM Las Vegas BLOG

14.09.2011

Nach nur 5,5 Std Schlaf bin ich wach. Ich muss mich erst daran gewöhnen, dass es dann in meinem Zimmer taghell und auf dem Flur Action ist. Einschlafen konnte ich gestern auch nicht so richtig. Dafür habe ich jetzt Hunger! Gut, dass ich gestern noch einkaufen war. Danach wird dann mal das Rad zusammengebaut und vielleicht begeb ich mich dann in die Kälte (Höchstwerte von 14 Grad sind heute vorhergesagt) und werde 2 Std ganz locker in der Ebene rollen. G, mein neuer Facebook-Freund, hat mich noch darauf aufmerksam gemacht, dass ich in der ersten Woche nicht gleich 4-5 Std radeln darf und auch nicht auf die 3.200m hoch in die Berge fahren soll. Er hatte das nicht befolgt und war nach einer Woche erst mal krank und lag mit Fieber flach. Ich werde versuchen, das zu verhindern!
Ab heute geht es nun weiter mit dem Boulder BLOG, die Zeit in Las Vegas ging schnell vorbei.


Update 3, 13.09.2011
So, nun liege ich im Bett in meinem International Youth Hostel in Boulder. Funny City so far! Also, das Bett ist deutlich unbequemer als das in Las Vegas. Meinte Rachel noch in Vegas, wir würden in einem ‚Crappy Hotel‘ wohnen, dann müsste sie das hier mal sehen. So was von heruntergekommen und dabei noch die beste (und teuerste) der 3 Varianten, die ich besichtigen durfte. Das Schöne: alle Bewohner sind so Mitte 20 bis Mitte 30 und sehr aufgeschlossen :) So wurde mir dann auch gleich meine riesen Radbox ins 2. Obergeschoss getragen. Sehr schön! Gemeinschaftsbad und Duschen ist nach dem Luxus meines riesen Appartements in Las Vegas natürlich gewöhnungsbedürftig, aber ich denke, ich werd’s überleben. Was ich bisher gesehen hab, hat die Stadt ein tolles Flair. Hatte ich abends in Vegas auf den Straßen immer ein leicht unsicheres Gefühl, weil merkwürdige Gestalten unterwegs waren, ist hier alles von Studenten geprägt. Ich wohne ca. 150m vom Unicampus entfernt und bei meinem Einkaufsbummel eben bin ich hunderten von Studenten begegnet. (Überhaupt habe ich noch keine Person über 40 Jahre hier gesehen. Dafür fährt aber jeder 2. mit Rennrad durch die Gegend und fast alle sind sportlich gekleidet. Ich habe auch schon einige laufen sehen. Die erste riesige Gruppe schon vom Shuttle aus. Bestimmt 50 gut trainierte Läufer in einer Gruppe, die wahnsinnig schnell (sah nach Intervall aus) rumgeheizt sind.) Gegenüber ist ein Laden, in dem es heute Nacht wohl richtig abgehen wird, es waren schon lange Schlangen am Eingang und der beim Check-In hat mich auch gleich drauf hingewiesen, dass es da heut noch richtig ab geht. Aber Reisen schlaucht mich mit meiner Flugpanik immer so. Deswegen will ich nur schnell endlich mal wieder updaten hier und dann schlafen. Bin schon gespannt, was mich morgen bei Tageslicht hier alles erwartet. Ich bin gespannt, die Berge sahen aus dem Flugzeug und auch aus dem Bus später beeindruckend aus!

Ein kleiner Supermarkt befindet sich in der Parallelstraße und ein Organic Supermarket ein paar Straßen weiter. Aber das sind alles keine Entfernungen. Als ich den Stadtplan bekam und man mir sagte „nur 4,5 Blocks weiter“ dachte ich schon: au shit, das ist weit. Aber die Blocks sind hier wie bei uns in kleinen Ortschaften die Straßen nebeneinander. Hier passen ungefähr 20-40 Blocks in einen von Las Vegas. Ich glaube deshalb, ich wohne einigermaßen zentral, wobei man hier wohl gar nicht dezentral wohnen kann. Boulder hat auch keine 300.000 Einwohner und ich find es bisher angenehmer als Vegas. Normal breite Straßen, kaum Licht nachts (erinnert mich an Australien, da gabs auch immer nur so mickrige Straßenbeleuchtung) und es hat auch schon eben geregnet. Die Temperatur ist sehr angenehm, um die 20 Grad.


Update 2, 13.09.2011
Ich bin angekommen. Der Shuttle hat mich für 27 Dollar mit nach Boulder genommen, ohne mein Rad zu berechnen (normal 10-20 Dollar extra). Er hat dann 5 Dollar Trinkgeld bekommen :) Den Shuttle-Tipp hatte ich von einem neuen Facebook-Freund bekommen. Ich bekam gestern Morgen eine Freundschaftsanfrage (wie so oft das auf FB doch geschieht) und sah, dass er als Wohnort Boulder, CO angegeben hatte. Also nahm ich an und schrieb ihn gleich mal an. Und er auch prompt zurück :) Leider hat er letzte Woche Boulder verlassen und ist nach Hause nach Brasilien gegangen (er hatte übrigens doppelte Staatsbürgerschaft und startet als Pro für Italien), hat mir aber wertvolle Tipps für Schwimmen, Radeln, Laufen und Transfer gegeben. Außerdem hat er mich noch zwei E-Mail Adressen zugeschickt, von einem Argentinier und einer Brasilianerin, die beide zurzeit hier trainieren. Sie bereitet sich hier auch auf die ITU Langdistanz WM in Henderson vor und er hat vorgeschlagen, dass wir doch mal zusammen trainieren. Gerne, ich bin für alles offen. Außerdem hat er mich auf das Schwimmtraining im Flat Irons Athletic Club bei Simon Lessing, Dave Scott und Wolfgang Dietrich hingewiesen. Den Tipp hatte ich vorher schon mal bekommen. Dort schwimmen unter anderem aucCraig Alexander, Crissie Wellington und Mirinda Carfree zurzeit rum. ‚Crowie‘ ist auch schon wieder aus Las Vegas zurück, wo er ja das Männerrennen in einer beeindruckenden Zeit gewinnen konnte. Ich habe heute im Shuttle einen Australier aus Sydney (wie Crowie) kennengelernt, der diesen hier besucht und sie werden gemeinsam trainieren. Mein Mit-Shuttler ist allerdings MTB-Pro, hat das Rennen in Las Vegas live vor Ort verfolgt und hat sein Road Bike dabei.
Dann in dem International House angekommen durfte ich mir Zimmer
für 190, 210 und 250 Dollar pro Woche (in 3 unterschiedlichen Gebäuden) angucken. Das 190 Dollar Zimmer war in einem SEHR heruntergekommenen Haus, dafür hätte ich mir das Bad nur mit noch einer teilen müssen und es hatte einen GROßEN Kühlschrank (der war leider verschimmelt), das 210 Dollar Haus hatte einen kleinen Balkon und gefiel mir eigentlich am besten (Bad auf der Etage). Leider waren bei 190 und 210 Dollar die Treppen sehr schmal und auch ein bisschen vom Hauptgebäude entfernt (1 bzw. 5 Blocks). Aus logistischen Gründen habe ich mich nun für das Haupthaus für 250 Dollar/Wo entschieden. Das Etagenbad ist leider ein Stockwerk tiefer, das Zimmer am kleinsten, hat einen Minikühlschrank, aber ist am saubersten. Naja, erstmal hab ich nun für eine Woche bezahlt. Muss mal sehen, vielleicht finde ich noch was anderes. Wobei umziehen schwierig ist mit dem ganzen Gepäck. Bin immer froh, wenn ich irgendwo angekommen bin.
Hier haben 2 Männer mir meine Box in den 2. Stock geschleppt :)
Insgesamt bestätigt sich zunächst mal, was man im Internet liest. Viel zu teure, heruntergekommene Unterkünfte in Boulder.

Sooo, ist nach neuer Zeit schon 19.43 Uhr und ich bin noch vom Frühstück. Hab wahnsinnig Hunger. Muss mal was Essbares suchen, sollte mir hier im Studentenviertel, wo Restaurant an Bar an Kiosk an Imbissbude angrenzt aber leicht fallen. Und getrunken hab ich seit dem auch nix. In Billigfliegern ist Verpflegung halt nicht angesagt. Dafür war einchecken total unkompliziert, es waren nur ca. 25 Leute im ganzen Flieger, Gepäck war eher da als ich am Band ankam und meine sau teuer erstandene CO2 Kartusche und Pannenspray haben sie auch drin gelassen und nicht entfernt. Dafür haben sie nur einen netten Zettel in meine Tasche gepackt, dass mein Gepäck durchsucht wurde. Hm, soweit ich das bisher gesehen hab, ist aber noch alles da.

Update 13.09.2011
Alles ist eingecheckt, der Miet-Van ist auch zurückgegeben und nun warte ich auf meinen Flug nach Denver. Kurz Zeit, die letzten 3 Tage noch mal Revue passieren zu lassen…

Die Zeit war dann leider doch nicht mehr da, da ich erst im Internet gesurft habe und dann festgestellt hab, dass ich zum Gate D noch shuttlen muss. Dort angekommen ging es auch direkt weiter in den Flieger. Es saßen schon ca. 15 Leute drin und man konnte einfach durchgehen. Sehr viel mehr wurden es auch nicht mehr und 6min vor Zeitplan starteten wir auch schon :)

13.09.2011
Zurzeit gewittert es heftig. Seit gestern Abend ist immer mal wieder Weltuntergangsstimmung angesagt. Ich glaube, in den letzten 12 Stunden haben wir schon den gesamten jährlichen durchschnittlichen Niederschlag gehabt. Und die Regentropfen hier sind einfach so groß, wie alles in Las Vegas. Bei der Awards Party, eine Pool Party im Loews Hotel, wurden wir auch nass als es in großen Tropfen anfing zu regnen. Ich hatte aber (typisch Deutsch halt) eine Regenjacke dabei und Rachel war so hungrig, dass sie auch sitzenblieb. Alle anderen suchten Zuflucht unter Palmen. Nach ein paar Minuten war dann aber auch schon wieder alles vorbei. Später am Abend konnte man dann noch viele Blitze in der Entfernung über der Wüste sehen. Sah beeindruckend aus.

Heute finde ich das Wetter allerdings nicht so genial in Anbetracht dessen, dass mein Flieger nach Denver heute Mittag geht.


12.09.2011
Day One After Race Day… Heute war erst einmal ausschlafen angesagt. Dann natürlich als Erstes ins Internet. Facebook checken (noch mal vielen Dank für eure vielen Glückwünsche, das hat mich wahnsinnig gefreut, wie viele doch zuhause am Liveticker mitgefiebert haben!!), dann Ergebnisse analysieren (auch da wurde das Resultat nicht besser ;-)) und dann mal Rad auseinanderschrauben Koffer packen, damit ich danach in Ruhe zum Sightseeing kann (danach hätte ich dazu sicher die Kraft nicht mehr gehabt!). Gegen 14:30 bin ich dann mit meinem Riesen-Van los in Richtung Nordosten. Ich hatte mir zuvor angeschaut, welche Attraktionen es in der näheren Umgebung gibt und dann doch entschieden, dass Grand Canyon und Zion National Park nicht mehr zur näheren Umgebung zählen. Also wollte ich mir das Valley of Fire ansehen und ich bin froh, dass ich diese Entscheidung getroffen habe. Allerdings wäre ein bisschen eher losfahren doch besser gewesen! So wurde es leider viel zu schnell dunkel! Und dort in der Wüste wird es dann auch so richtig dunkel!!!

Für $10 Eintritt fuhr ich also in den Nationalpark und was mich dort erwartet war wahnsinnig schön. Das Valley of Fire ist total beeindruckend mit seinen roten, gelben und weißen Felsen. Zum Kulturprogramm gehörten auch die Petroglyphen, Petrofied Trees und natürlich The White Domes. Diese waren schon Schuplatz mehrerer Filmsinszenierungen und einfach nur schön! Das alles zu beschreiben macht hier wenig Sinn. Das muss man einfach gesehen und erlebt haben. Die Trails auf rotem, weißen, orangem Sand hin zum Canyon of Fire, der Ausblick über das ganze Valley und die Steine mit ihren bunten Farbverläufen, die alten Schriftzeichen und The Cabins – Ruinen ehemaliger ‚Ferienhäuser‘, die bei der Nationalparkeröffnung 1935 mit errichtet wurden. Damals zählte der Nationalpark jährlich 9.000 Besucher, mittlerweile sind es 300.000. Auf dem Rückweg wollte ich nicht den schnellen Weg über den Freeway zurückfahren, sondern entschied mich, mir noch Echo Bay anzuschauen und dann die Northshore Road, auf der auch der Wettkampf stattgefunden hatte, zurückzufahren. Als ich Echo Bay ankam war es leider schon sehr dunkel. Außer den Kakalaken auf der Toilette, die ich aufsuchen musste, habe ich nicht viel gesehen. Ein paar Lichter leuchteten im Hafen und ein Junge mit seinem Vater reinigte gerade den Fischfang des Tages. Also fuhr ich weiter und das war ziemlich gruselig. Ich überlegte, was ich machen würde, wenn ich liegen bliebe. Oder mir jemand den Weg versperren und mich ausrauben würde (ich glaube, ich habe zu viel Fantasie oder die falschen Filme gesehen). Es war jedenfalls unheimlich, stock dunkel, nur in der Mitte der Straße die rückstrahlenden Mittelstreifen und ca. 30min lang kein einziges Auto weit und breit. Ich mitten in der Wüste, nur die Straße, mein Auto, ich und mein ab und zu versagendes Radio und Blitze am Himmel. Aber noch war es trocken. Ca. 1,5 Stunden später erreichte ich dann auch den Rand des Nationalparks und befand mich auf der Straße vorbei am Lake Las Vegas nach Henderson. Kaum war ich dann zuhause angekommen, begann es wolkenbruchartig zu regnen und heftigst zu gewittern. Ein sehr interessantes Naturschauspiel!


wettkampfbericht am abend danach zwischen rennen und awards party

der kurs war so hart, wie ich die ITU WM überleben soll, weiß ich nicht. so ein welliger kurs auf dem rad, da hatte ich in der vergangenheit schon öfter rückenprobleme. leider heute wieder. ich konnte keinen dicken gang fahren und bin die letzten 20 km nur ganz aufrecht sitzend gefahren. das
tat sooo weh :( und dann kamen immer gruppen mit 8-15 mann an mir vorbei gerauscht, da hatte ich auch nicht mehr so richtig lust. hab so viel wie noch nie getrunken und alle meine gels (10 stück) genommen, aber ich hatte nur durst und musste mich 4x auf dem rad übergeben. auf der laufstrecke hab ich an jeder verpflegung, 3-4 wasser, 1-2 cola, 1-2 iso und schwämme und eis genommen. im ziel dann erst mal 3 liter weggeext und gerade eben (17.30 uhr) konnte ich zum ersten mal pipi machen. wahnsinn!
mir gings schon nach 2 min im ziel wieder richtig gut. leider war auf der laufstrecke kein einziger meter eben und immer 3,5km bergauf und 3,5 bergab. bergab ging, bergauf hat die sehne ein bisschen gestresst. was echt schade war war, dass ich NULL überblick hatte, wo ich liege. es war einfach nur voll auf der strecke. nun habe ich erfahren, dass die 2. nur 3,5min vor mir lag. mist :( so war der wettkampf zwar auch hart, aber wenn man weiß, wo man liegt, geht immer noch was. so wie in kulmbach. mit der info wäre nach vorne bestimmt noch was gegangen. aber nun gut. 8.
ist ok. mit den rückenschmerzen aufm rad... dafür ging rad noch, schwimmen ohne neo war auch in ordnung und der lauf, also, dafür, dass ich weder berge noch hitze so richtig gut beim laufen kann, wars gut. ich bin nicht ganz unzufrieden, aber auch nicht wahnsinnig begeistert. der kurs ist sehr
unrhythmisch, sowas liegt mir nicht so richtig. auch aufm rad nur bergauf oder bergab (nicht lang, aber stetig). für mich sind zwischendrin paar
flachstücke besser. oder bergab passagen, bei denen man noch drücken kann. ich hatte leider da keinen gang der groß genug war und somit war ich bergab null schneller als andere. konnte einfach nur rollen lassen. und wir hatten pech mit der späten startgruppe. erst 2 std ausgezogen ohne
irgendwelche klamotten auf den start warten (morning bag drop war bis 6 uhr, danach schloss auch die wechselzone), da wars arsch kalt und wir alle am zittern, hinterher richtig heiß beim laufen und der wind ist später auch so stark geworden, der ganze rückweg (der eh länger als der hinweg ist 35km – 55km) mit steifer brise von vorne. und dann auch noch mehr bergauf als bergab. und
alle hatten 92km aufm tacho. meiner ist leider bei km2 ausgefallen und somit wusste ich nie, wie schnell ich unterwegs war und wie weit es bis zur nächsten verpflegung ist. und man munkelt, dass das schwimmen auch 100m zu lang war. aber ich glaub, lag eher an neo verbot.
oh, shit, spät. muss los. nehme noch ein amerikanisches mädel namens rachel, die auch siena suites wohnt und autofahrverbot hat nach infusion, mit zur awards party. angucken wollen wir uns das! sie ist in der ak bis 24 auch 8. geworden, war aber 18min langsamer und ist auch allein hierher gereist. sie kommt aus virginia und hat sponsoren, die ihr unterkunft, flug und mietwagen bezahlt haben. wir haben uns morgens kennengelernt, als wir auf den start gewartet haben. da saßen wir frierend 1,5 std nebeneinander und haben uns unterhalten. wie soll man die zeit auch sonst rumbekommen. ihr ziel war eine sub5. ich denke, wir hatten alle den kurs und die bedingungen etwas unterschätzt!


10.09.2011

Ich bin gespannt, ob morgen mein Rad noch da ist. Einchecken war merkwürdig, da wird bei jedem Deutschen Wald- und Wiesenwettkampf mehr kontrolliert. Das einzige, was gemacht wurde, waren alle Teile des Rades zu dokumentieren: Sie haben die Startnummer aufgeschrieben und dann welche Laufräder man fährt, welchen Aufsatz man drauf hat, welche Radmarke und so weiter. Kein Foto von Athlet und Rad, kein Bremsentest, nicht mal Helm wollten sie sehen. Ob ich einen dabei hätte und ob ich Radschuhe dabei habe, wurde ich gefragt. Hatte ich. In der Tasche. Ob das aber auch stimmte, überprüfte niemand. Security gibt’s auch nicht und der Zaun ist lächerlich, 60cm hoch und einfach eine Stange. Da kommt man drunter und drüber locker in die Wechselzone. Nun weiß ich auch, warum wir bei der Registration 4 Waiver unterschreiben mussten und u.a. unterzeichnen mussten, bei Abhandenkommen des Rades den Veranstalter nicht haftbar zu machen. Naja, in Anbetracht des Hammer-Materials, das da in der Wechselzone steht, bin ich ganz zuversichtlich, dass mein Rad morgen noch da sein wird :)

Zudem wusste niemand, ob wir nur die Klebenummer, die Klebenummer und die Nummernplatte oder nur die Platte am Rad befestigen müssen. Ich habe nun beides dran, wie die meisten in der Wechselzone. Es gibt aber auch viele, die sich nur für die leichte Klebevariante entschieden haben. Diese Platte zu befestigen war aber auch ein Akt, wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich sie auch weggelassen. Interessant nur, dass es scheinbar niemand so genau hier nimmt.

Ansonsten war es heute ungewöhnlich kühl, ungewöhnlich windig. Ich denke, der Wind wird morgen mindestens ein so großes Problem wie die Hitze werden. Morgen soll die Sonne auch wieder raus kommen, wäre ja auch zu schön, wenn die Wolken von heute bleiben würden!

Update 09.09.2011
Die Welcome Party war sehr schön gemacht. Es war ein riesengroßer (wie sollte es auch anders sein) Saal hergerichtet, das Buffet an mehreren Stationen gleichermaßen aufgebaut und somit kam es zu keinen Warteschlangen. An den großen Runden Tischen war für ca. 10-12 Personen gedeckt und ich stand etwas verloren in diesem großen Saal und suchte nach einem Platz. Die, die ich fragte, ob noch frei sei, entpuppten sich später als Belgier und Niederländer. Doch mit denen wechselte ich nicht mehr viele Worte, denn mir war eine Schweizerin gefolgt, die mit Hannes Hawaiitours gereist war und nun aber auch ihre Gruppe nicht mehr fand und gesehen hatte, dass ich auch so alleine herumirrte. Es folgte eine sehr nette Unterhaltung, ein kurzweiliges Welcome Buffet mit einer nichts Neues bringenden Wettkampfbesprechung (ja, das Neoverbot sein würde wusste ich schon, dass ich kein Windschattenfahren darf auch und auch sonst halt nur so das Übliche). Das Essen war allerdings super. So gar nicht amerikanisch, sehr gesund mit viel frischem Obst und Nudeln, Ofenkartoffeln, Hähnchen, Gemüse, Salat, eigentlich sollte für jeden was dabei gewesen sein. Meine zweitbeste Nudelparty bisher, würde ich sagen. Nur Monaco 70.3 vor 2 Jahren hatte noch mehr geboten (aber da war das Startgeld auch noch höher!). Im Anschluss an das Dinner lud mich die Schweizerin noch zu einem Drink an dem pool ein. Dort herrschte eine sehr angenehme, romantische Atmosphäre mit Fackeln und eigener kleiner Bucht. Unter einer Brücke hindurch paddelten die SUP (Stand Up Paddler) Hawaii-like in Bikinis hinaus auf den Lake Las Vegas. Sicher mit ein Grund, warum das Hotel deutlich teurer war als meine Siena Suites,.. Nachdem mir ‚Gabi‘ einen Drink spendiert hatte, nahm ich sie mit meinem Riesen-Van mit zu ihrem Hotel. Nur 2 Hotels weiter, direkt an der Wechselzone, eigentlich optimal gelegen, aber doch ca. 2km vom Loews Welcome Dinner Hotel entfernt. Dort warfen wir schnell noch gemeinsam einen Blick auf die Wechselzone und sie erzählte mir, dass für die Wechselzone extra Büsche, Sträucher und Bäume platt gemacht wurden. Zwei Tage zuvor war dort, wo nun die Bike Racks standen, noch Natur. Nicht nur Straßenstücke werden also extra für uns geteert, nein, auch Bäume abgeholzt. Dabei gibt es in der Wüste davon eh schon so wenig. Naja, die Las Veganer (???) spinnen halt! Und zwar gewaltig, denn der Schwimmeinstieg ist zwar direkt an der Wechselzone, der Ausstieg aber an der gegenüberliegenden Uferseite, sodass wir halb um den See rennen müssen, um zu der Wechselzone zu kommen. Fragwürdig, warum man den Kurs nicht anders rum gelegt hat oder den Ausstieg neben den Einstieg. Und die extra Laufmeter gabs dann im Wettkampf nicht mal auf die Laufstrecke angerechnet :(



09.09.2011
Bisher war heute echt ruhig, ein bisschen Internet, ein bisschen TV, gerade ist die Putzfrau da. Dann hab ich auch begonnen, meine Tüten für das Rennen zu packen und Sachen zusammen zu suchen. Nun stehe ich vor der schwierigen Entscheidung: Zeitfahrhelm oder normaler Helm? Zeitfahr kann ziemlich heiß werden, aber gibt mir mehr das 'Wettkampfgefühl'. Nächste schwierige Entscheidung ist aufgrund des Neoverbots: Nur mein Renneinteiler mit Taschen oder darüber noch den Skinfit DTU-Germany-Anzug, den ich wegen der schwarzen Farbe (clever, DTU, ist ja nicht überall so kalt und nass wie in Deutschland ;)) dann in der 1. Wechselzone aber ausziehen würde. Aber sicherlich schneller zu schwimmen. Vielleicht sollte ich das heute Abend im See noch mal testen. Dann muss ich sowieso zum Lake Las Vegas, dort findet die Nudelparty und im Anschluss die Wettkampfbesprechung statt. Ich denke aber nicht, dass es bezüglich Neoverbot noch mal eine Änderung geben wird.
Das nächste Problem ist, dass das Pannenspray, das ich hier gestern teuer erworben hab, nicht in meine kleine Werkzeugflasche passt, da es zu breit ist. Nun muss ich überlegen, wie und wo ich das am Rahmen anbringe. Oder ob ich es doch weglasse und einen Eratzschlauchreifen mitnehme. Das wäre aber deutlich mehr Gewicht und hinzu kommt die Ungewissheit, ob ich das Ding überhaupt wechseln könnte. Davon abgesehen, was mach ich mir Gedanken. ICH BEKOMME ÜBERHAUPT KEINEN PLATTEN!!! Wobei die Wettervorhersage mit Regen und Gewittern doch etwas Zweifeln hervorruft, bei nassen Straßen im Wettkampf hab ich mit Schlauchreifen zuvor schon Platten bekommen. Vielleicht sollte ich doch die Mavic Cosmic Carbon Drahtreifen fahren? Der Ersatzschlauch wäre auch deutlich kleiner und leichter... Dafür sind die Räder vieeel schwerer und der Kurs hat es mit den Hügeln und Anstiegen schon in sich. Okay, nun hab ich euch genug mit meinen kleinen Problemen genervt. Es ist Wettkampf, ich seh's mal unter 'No risk, no fun', komme ich durch, war es das optimale Material, wenn nicht, hab ich für die Zukunft wieder was gelernt! Also: Pannenspray (wie auch immer ich das anbringen werde), die Zipps und Aerohelm! Nächstes Problem: Kompressionssocken?? Nee, schon so warm genug! Wobei man die nass machen könnte, was kühlen würde. So ein langärmliges, weißes, dünnes Cooling-Shirt wäre für den Wettkampf auch super, hab ich gestern auf der Expo aber keins gesehen. Muss also auch ohne gehen. Nächstes Mal also mit besserer Ausstattung ;)
So, Putzfrau weg, will mal weiter Sachen zusammen suchen.


Update 08.09.2011
Nun weiß ich auch, was es mit dem Sturm vorhin auf sich hatte: laut weather.com handelte es sich um NON-THUNDERSTORM WIND GUST mit 48mph Geschwindigkeit.
Als der Sturm vorbei war, wollte ich Briefmarken kaufen. Zunächst habe ich einen Mann aus Salt Lake City getroffen, der einen IM St George Visor trug. Wir kamen ins Gespräch und ich erfuhr, dass er nur den Support für seine Frau macht, die sich in der AK 30-34 richtig was ausrechnet. Wird nächstes Jahr wohl auch Pro gehen. Sie hat die Startnummer 840, also: watch out. Er wollte noch meine Nummer wissen und kündigte an, er wolle mich auf der Strecke anfeuern. Na, wenn er überhaupt noch da ist, wenn ich komme. Schließlich startet seine Frau knapp eine Stunde vor mir. Danach gings weiter zu den Briefmarken. Ich wurde von einem Laden zum anderen geschickt mit der Aussage, bei uns sind gerade alle verkauft, aber die da drüben haben welche. Letztendlich bin ich ohne Stemps wieder zurückgekehrt. Habe dann überlegt, ob ich mein neues Auto noch mal ausführe, mich dann aber doch für einen relaxten TV-Abend entschieden. Und nun ist es auch schon wieder spät genug und es geht ins Bett.

08.09.2011

3 Tage…

bis Race Day. Heute ist Donnerstag. Der Tag, an dem das ‚Athlete Check-In‘ öffnete. Ich bin morgens auf’s Rad gestiegen und bin locker die 15km bergauf zur Wechselzone 2 gerollt, wo auch die Expo und Startunterlagenausgabe ist. Wie jeden Tag stand der Wind von vorne den letzten Anstieg des Race Courses hoch. Wird Sonntag sicher nicht anders werden. Gemein an dem Kurs ist ja, dass wir mehr Meter hochfahren müssen, als wir runter rollen dürfen. Dennoch entpuppte sich der Kurs als nicht so hart, wie ich ursprünglich befürchtet hatte. Bei den Startunterlagen lag auch das offizielle Race Book bei und nun sind es statt der vormals auf der Webseite veröffentlichten 10.000 Fett ‚nur‘ noch 5.200 Feet. Na, mir reicht’s! Die Wettervorhersage für Sonntag wurde auch noch mal nach unten angepasst, waren es vor 2 Tagen noch 94 Grad, gestern nur noch 93 und heute nur noch 90, das Gewitter wird nach wie vor erwartet.

Als ich bei der Expo ankam war die erste Person, die ich traf… richtig… ‚mein‘ Pro von gestern. Lustig, der ist aber auch immer da, wo ich bin :D Lustigerweise stand er am ON Stand und fragte mich, ob ich die Schuhe kenne. Natürlich, ich werde schließlich Sonntag in ihnen laufen! Er ist sie bisher noch nie gelaufen, ich meinte, er solle sie probieren… okay, er wollte dann weiter, ich unterhielt mich noch eine Weile mit den ON-Leuten (sie meinten, ich solle Werbung machen, in den USA kennt so gut wie niemand die Schuhe, bei dieser Expo sind sie erstmals in den USA unterwegs… es waren Australier) und rollte dann weiter zum Check-In. Noch war es (10 Uhr, 9 Uhr war eröffnet worden) recht ruhig und so kam ich ohne Warten zu meinen 4 Waivern, je 2 DIN A4 Seiten lang. Ich sollte alles sorgfältig durchlesen. Wollte ich zunächst auch, aber ich las immer nur, was ich alles riskiere, wie oft ich sterben kann und das ich bei den Veranstaltern und welchen Umständen auch immer, nichts würde haftbar machen können. Okay, unterschreiben, schnell noch die Umfrage über wie lange ich hier bin, wie viele Leute mit mir reisen, in welchem Hotel ich untergebracht bin und weiter. Dann endlich erhielt ich meine Rennunterlagen, einen Rucksack und ein Shirt. Und ganz viele Werbe-Produkte. Suuuper, ich werde mindestens 5kg mehr Gepäck haben, wenn ich Vegas verlasse. Wenn das bei meinem Billigflieger mal keine Probleme macht :D

Danach bin ich noch ein wenig über die Expo, kaufte zwei CO2-Katuschen und ein Pannenspray für 27 Dollar (Wucher!!) und ließ mir kostenlos ein Wasser und einen Apfel geben, hörte mir dafür aber 10min die Story eines ‚Fellow-Competitors‘ und seine Beziehung zu Gott an. Ich bekam noch ein ‚Neues Testament‘ auf English überreicht und dann ging ich weiter. Am nächsten Stand gab’s Wundermittel, das sofort Schmerzen beseitigt. Ich ließ mir das ‚Wässerchen‘ auf meine Sehne schmieren, chit chattete noch etwas und wollte dann auch los, nur noch 40min bis 12.00 Uhr, aber noch 15km bis zum Flughafen, wo ich meinen Mietwagen in Empfang nehmen wollte.

Ich hatte mir zuvor den Weg auf der Karte angeschaut und bei den ziemlich gerade und im rechten Winkel zueinander verlaufenden Straßen ging ich davon aus, das würde keine weiteren Schwierigkeiten bereiten. Ich kam dann auch recht zügig (endlich waren mal alle Ampeln Radfahrer-freundlich) am Flughafen an. Aber dieser ist schließlich ‚International‘ und nicht gerade klein. Leider fand ich die ‚Rental Cars Road‘, die ich suchte, nicht. Dafür ein Schild ‚Rental Cars Return‘. Ich folgte also dem Schild, war aber ein wenig irritiert, da die Schilderfarbe wechselte. Der Verkehr war ziemlich heftig und ich bekam schon den Eindruck, dass ich sicher nicht auf der Radfahrer-Straße Nummer 1 fuhr. Vielmehr auf einer 8-spurigen Autobahn ohne den sich normalerweise am Rand befindlichen Radfahrerstreifen. Und schon befand ich mich vor einem Tunnel. I pretended, dass ich das Schild Bicycles and Walkers prohibited nicht verstand und fuhr weiter. Wenden auf dieser Straße wäre auch keine Alternative gewesen. Im Tunnel wars allerdings ziemlich dunkel und ich musste mich irgendwie bei den Autos einreihen, die allerdings viel schneller als ich fuhren. Kaum war ich aus dem Tunnel raus, fuhr auch schon ein Polizeiauto an mir vorbei. Oh nein!! Oh doch, es fuhr weiter. Puh, Glück gehabt, aber nicht lustig. Ich nahm die nächste Ausfahrt, zum Glück auch die, an der Rental Car Return stand. 2 Männer, die an der Seite irgendwie an ihrem Truck arbeiteten, fragte ich, wo denn die Rental Cars seien. Leider wussten sie auch nicht weiter. Na ja, ich hoffte mal, Rückgabe und Ausgabe wären identisch. Ich rollte also in das Parkhaus und wurde ziemlich komisch angeschaut. Immerhin erfuhr ich, dass die Ausgabe ein paar Stockwerke weiter oben war. Dort stand ich dann knapp eine Stunde in der Schlange. Dollar Cars hatte leider die längste Schlange aller Unternehmen. Da hatten wohl noch mehr Menschen versucht, ein Schnäppchen zu bekommen. Als ich dann endlich dran kam, bestätigte sich, dass es sich vielmehr nur um den Versuch handelte. Leider bestätigte sich, was ich NACH meiner Buchung über das Unternehmen im Internet gelesen hatte. Sie versuchen alles, mehr Geld herauszuschlagen. Die Versicherung lehnte ich dankend ab, er versuchte es noch mal und beschrieb sämtliche Vorzüge, aber ich wollte immer noch nicht, da ich über meinen Internetanbieter eMietwagen.de eigentlich schon genügend (meiner Meinung nach) abgesichert war. Das sah der Dollar Car Herr aber anders, schließlich hätte ich keine Absicherung für’s Liegenbleiben bei Reifenplatzer oder wenn die Batterie alle wäre oder keine Abholung und Autoersatz bei Totalschaden. Ok, das Risiko gehe ich nun einfach mal ein. Danach machte er den von mir erworbenen Jeep Liberty schlecht. Da würde ich nie mein Rad reinbekommen, denn laut seiner Aussage könnte ich die hintere Sitzreihe nicht herausnehmen. Leider, leider musste ich mich da auf seine Aussage verlassen, da ich es nicht wusste. Bei meiner Internetrecherche war das bei den 2011er Wagen scheinbar möglich, aber wer weiß, was die für Wagen hatten. Widerwillig stimmte ich dem Upgrade zu. Okay, mein Schnäppchenauto würde so nun schon mal wieder 70 Dollar mehr kosten, hinzu kam natürlich noch die Tankfüllung, sodass ich noch mal 175 Dollar zusätzlich zu meinem Online bereits bezahlten Preis hinblättern musste. Na, hoffentlich komme ich wenigstens mit der Tankfüllung aus, leer darf ich ihn zurück geben. Ach so, ich bin euch ja noch schuldig, was ich nun für einen Wagen habe: einen Mini Van. Wahnsinn, ein 7 Sitzer (Anyone interested in a ride??) mit plenty of space. Was ich mit so viel Raum machen soll, weiß ich nicht, aber es reicht auf jeden Fall für große Dinge. Wieder etwas gelernt. Heute brauche ich kein Auto mehr, morgen eins ausleihen (kleinste verfügbare, denn ich kann mein Rad ja für den Wettkampf klein machen, da muss die Box nicht mit), Montag das Auto zurück geben und dann Dienstag für 4 Dollar mit dem Bus zum Flughafen oder worst case für 65 Dollar mit dem Taxi zum Flughafen. Letztes hätte noch Zeit gespart (keine Rückgabe des Autos, von dort muss ich auch noch zu den Terminals shuttlen, da es etwas außerhalb ist) und es vereinfacht, da ich wieder einen Träger meines Gepäcks gehabt hätte. Naja, hätte und wenn. Wieder  was gelernt! Nur nun habe ich dieses riesige Auto und morgen, Samstag und Sonntag wird es fast nur rumstehen (jeweils 15km hin und zurück zur Pasta-/Welcome Party (Fr) bzw. zum Einchecken (Sa), zum Start (So)). Und es muss sich ja lohnen! Irgendjemand Tipps für mich für einen laaaaangen Sightseeing Trip am Montag?? Und am besten jemand, der mit 5 anderen hier vor Ort ist und dann auch gleich noch mitkommen möchte ;)

Okay, als nächstes werde ich mich mal durch die Unterlagen wühlen und überlegen, wie ich mein ganzes Race Gear in diese Mini-Tüten bekommen soll… ansonsten ist hier ja echt alles riesig, die Autos, die Hotels, die Straßen, nur die Tüten sind total unterdimensioniert. Wahnsinn! :D

Super finde ich auch, dass ich Sonntag bis 6 Uhr die Wechselzone verlassen haben muss und mein Rennen knapp 2 Stunden später startet. WTF? Da kann ich mich danach ja noch mal schlafen legen :D

Gerade stürmt es mächtig vor meiner Tür. Der vor 1 Stunde strahlend blaue Himmel ist einem grau-braun gewichen und es sieht ein wenig nach Weltuntergang aus. Wer Kalima von Lanzarote kennt, mindestens so viel, eher noch mehr, Sand ist hier auch gerade in der Luft. Normal sehe ich aus meinem Fenster raus eine riesige grüne Rasenfläche, wo morgens und abends unzählige Erwachsene und Kinder Fußball und ähnliches spielen (die Fläche ist bestimmt 10 Fußballfelder groß). Momentan kann ich das kaum sehen, der Sand ist wie Nebel. Das am Sonntag im Rennen wäre bestimmt auch kein Spaß…. ja, genau… ‚Und wovon hast du dich während des Rennens ernährt? Sponser Sportfood?‘ ‚Öhm, nöö, heut hab ich mal auf Sand umgestellt‘  ‚Ah, echt, und wie ist es dir bekommen?‘  ‘ Hätte besser sein können, lag beim Laufen etwas schwer im Magen. Nächstes Mal stell ich doch wieder auf Sponser um!‘


Nachtrag 07.09.2011

Abends wollte ich noch etwas im Pool chillen. Triathlon-like hatte ich meine Swim Cap und meine Goggles dabei und da sich nur 6 Menschen außerhalt und niemand im Wasser aufhielt, zog ich total entspannt und relaxt noch ein paar gemütliche Bahnen. Danach kam ein Junge zu mir und meine ‚I wish I could swim like you. Are you on a swim team?‘ Daaaanke :) Und danach kam noch ein Mann an den Zaun zum Pool, er hatte die ganze Zeit vor seinem Apartment gestanden und mich beobachtet. Er meinte, er hätte noch nie jemanden so schnell (??) schwimmen sehen. Hahaha, in dem 16m-Pool glaub ich das wohl ;) Zumindest musste ich ihm auch noch die Frage beantworten, ob ich im Swim Team bin und ihm dann auch noch ein Autogramm geben. Nice :D

07.09.2011
"Another day, another ride" lalalala…lala :)

First of all: Today I enjoyed training in the heat for the first time. Seems I get used to it :) It was actually really fun. Got up at 7.30 and was on my bike at about 9. Started slowly and got into a good rhythm. Tried to find the ITU Long Course World Championship bike route for November. Bits and pieces I had already ridden (the middle part of the course on my first ride, it’s also part of the IM 70.3 course next Sunday; the first part of the course on my second ride to Hoover Dam) and the last part of the ITU course… I did today. And I must say: the IM 70.3 course is ‘kindergarden’ compared to what I will have to do in November. 70.3 consists mainly of the ‘flat’ parts as long as anything is flat over here. It’s undulating with rolling hills all the time. But… the ITU course has very steep climbs up to 20%, not long but steep. Will be very demanding especially as this part is close to the end of the bike leg and I will have ridden more than 100k in race pace by then. Anyway, today my legs felt pretty good. I enjoyed riding through the desert on the small bike path with no cars nearby. The course goes along the River Mountain Loops trail and any motorized vehicles are forbidden. First I saw a big horn sheep which looked amazing and was amazingly fast. Next I met another triathlete when I stopped at the only tap water spot I’ve seen along the streets in Vegas so far and talked to him. (Mainly I had chosen this trail to get to know all of the ITU course, secondly because I didn’t want to ride where all the other triathletes were riding, the 70.3 race course was insanely crowded with fast and fit looking, time trial bikes riding, over motivated triathletes). I thought he must be a local as it seemed there were no others riding along that path but I learned he was from Northern California. Interesting enough that even he complained about the heat. And he also said what I had heard before “Hawaiian conditions are less demanding than what will expect us in Las Vegas on race day”. Okay, great :-/ But I replied that the weather forecast for Sunday looks much better with a high of 93 (today 103, tomorrow 104 what is about 40 degrees Celsius). He was joking that he even heard of rain and snow for Sunday. Hahaha! Then we went different ways as he stayed on the Mountain Loops Trail and I wanted to follow the ITU course. Funnily enough we met again later and rode together to T2, where he parked his car with his swim and run gear in it (Yes, after 4 hours of riding he still wanted to swim and run. When I asked him if he was serious, he said he was (besides, he races pro). He did the same for the last 4 days, that’s how long he had been in Las Vegas for. I think it’s only because he doesn’t want to do all the sightseeing stuff along the strip with his family and friends who stay with him at a hotel at the strip :D) I had a quick look at the expo tents but there was not much to see as they won’t open until tomorrow and then I rode back to my hotel. Still enjoying the light, hot breeze and the warmth of the sun. Now I’m back at my cold apartment and will rest for the rest of the day (and the week). I am glad that I only saw one triathlete at my apartment complex so far with all these triathletes training like crazy around me it would be much harder to rest and I would go nuts.) When I think of how well the riding went today I’m convinced it must have been the rest day yesterday, chilling and watching TV (oh you might have seen my new favourite TV show 'How I met your mother' on facebook) and just doing nothing.And I didn't feel thirsty at any time, that was new too. Seems I am well hydrated (maybe because of the salt I put into the water since last night... Another funny story: I went to the closest drug store (the next supermarket is miles away and I thought a pharmacy is the best place to get what I want) and asked for salt tablets after I had looked for them for about an hour and had only found calcium, magnesium, pain killers, proteins, weight loss products, viagra :-D and all other drugs you can imagine, I have never seen so many different drugs in a German shop) The nice lady told me she would show me and we stopped in front of... salt. Either she didn't get the 'tablet thing' or they wouldn't have any. I decided it must be the second and bought this big, big box of salt. Now I've got enough salt to easily feed a family of five for a whole year! (but the salted water doesn't taste that well and I wish I had brought more of my 'Nuun's with me from home)

One more thing that is really typical for Las Vegas: one section of the bike course for Sunday was in the making today (there is a turn after the first few kilometers to go to the National Recreation Area Lake Mead and to get there we have to leave Lake Mead Pwy, get onto the River Mountain Loops Trail, go through a tunnel (all of this is a no-passing zone!) and – that’s the part that doesn’t exist yet – get back onto Lake Mead Pwy to head into the right direction to the National Recreation Area where the main part of the bike course is. And the new part is in the making with little progress so far, but hey, still 4 days to go :)  

Und für die, die meinen Blog bereits verfolgt haben noch die Anmerkung, dass ich wieder Nasenbluten hatte, bei der Wärme platzen ständig Äderchen, hmmm…


06.09.2011
Heute morgen habe ich den hoteleigenen Pool ausprobiert. Um 9 Uhr war es schon ziemlich warm, heute wieder ein wolkenloser Tag. Glücklicherweise war ich dennoch die Einzige, die um diese Uhrzeit am Pool war. Optimal für Training ist es hier allerdings nicht. Ich schätze, dass der Pool max. 17-18m in seiner größten Ausdehnung ist und die komische, fast kreuzartige Form macht es auch nicht besser. Das Wasser fühlt sich auch total seifig an und... ja gut, ich höre ja schon auf. Das Wasser war angenehm kühl (zum Glück zu kühl für zwei sehr dicke deutsche Frauen mit merkwürdig tattoowiertem deutschen Mann, die später kamen und eigentlich auch rein wollten, sich dann aber nur in das Hot Tub setzten). Zunächst bin ich ein paar Bahnen geschwommen, dann ein paar 'Runden', dann etwas Technik und dann noch 4 Bahnen Delfin. Nach einer Dreiviertelstunde hatte ich keine Lust mehr. In dem kleinen Becken war das auch viel mehr Mentaltraining als alles andere :)
Nun werde ich noch etwas im Internet surfen, denn auf Rausgehen habe ich wenig Lust. Meine Allergie an beiden Waden brennt immer noch und ich möchte sie nicht weiter der Sonne aussetzen. Nachher werde ich nur mal neues Wasser kaufen müssen.


05.09.2011
War heut 20min locker einlaufen, hab dann 12 x 1min schnell gemacht mit 1min locker dazwischen und Rest auslaufen. War eine Stunde unterwegs und ich komme mir sau langsam vor. Entweder liegt's an der Hitze (obwohl es um 7:45 Uhr noch nicht sooo warm war und es heute erstmals auch Wolken gibt) oder an den breiten Straßen. An einer 6-spurigen, schnurgeraden Straße zu laufen macht nicht gerade den Eindruck, dass man schnell voran kommt :D Ich werde also bei mapmyrun wohl noch mal nachmessen, wie weit es eigentlich war. Naja, ansonsten steht heut Ruhetag und wieder mal ein wenig Sightseeing an. Die DTU hat jetzt offiziell an alle 8 Deutschen, die bei der WM in Henderson im November starten werden, die Meldebestätigung verschickt. Also kann ich mich darauf freuen, in der wirklich schönen Wüste im November bei sicherlich kühleren Temperaturen noch mal an den Start gehen zu dürfen.

Nach dem morgendlichen Lauf habe ich auch den 2. Teil des Tagesprogramms abgehakt und ich muss sagen, es war eindeutig der härtere Teil. Wieder zuhause angekommen, tat mein Rücken vom Gehen, Stehen wahnsinnig weh, ich hatte extrem angeschwollene Waden und Füße (irgendwie scheint das ganze Wasser, das ich trinke, direkt in die Füße zu laufen) und ich hatte eine eklig brennende, schmerzende, heftige, pustelige Sonnenallergie an beiden Waden. Autsch!! (Den nächsten Tag mach ich dann wohl mal gaaanz ruhig und halte mich vorwiegend drinnen auf!) Aber der Reihe nach. Zunächst ging ich am amerikanischen Labor Day zu Fuß los, es nieselte (!!!) dabei sogar mal ganz kurz leicht, Wahnsinn! Bewölkt und Nieselregen... aber irgendwie war es auch unangenehm, viel drückender als die Tage zuvor, aber dafür deutlich (5 Grad merkt man in diesem Bereich richtig und wenn dann auch die Sonne nicht so knallt) vieeeel kühler. Der erste Stopp war am Hotel Sam's Town (für mich als 'The Killers'-Fan ein Muss). Wieder eines dieser großen Hotels mit ordentlich Programm. Habe dort auch einige Fotos gemacht und mir das Wasser-Fontänen-Tier-Spektakel angeschaut. Dann ging es weiter mit dem Bus, da ich bis Las Vegas Downtown (Fremant St) wollte und ich bisher erst so 4km gegangen war und es somit noch über 10km bis dorthin waren. Dort angekommen beschloss ich, weiter zum Strip zu wandern, denn Fremont Street ist nur nachts so richtig interessant und nun war es noch nicht mal 15 Uhr. Leider hatte ich die Entfernung doch etwas unterschätzt! Der Weg führte mich entlang vieler kleiner Wedding Chapels, manche niedlich aussehend, andere 'Las Vegas-Style' bunt. Es reihte sich eine an die andere, also, wer hier heiraten will, hat die Qual der Wahl ;) Vorbei an vielen kleinen Shops, bei denen man Gold und Silver verkaufen oder Kredite aufnehmen konnte, überall die Schilder 'Pawn'. Irgendwann kam ich dann aber am nördlichsten Hotel des Strips, dem Stratosphere, an und bahnte mir erneut den Weg durch unzählige Menschen im Inneren. Weiter ging es danach an Circus Circus vorbei (oder vielmehr hindurch) und weiter durch die größte Shopping Mall 'Fashion Show', über Treasure Island, The Mirage hin zu Ceasar's Palace. Dieser Palast ist wirklich palastartig riesig und wirklich beeindruckend. Von den römischen Gässchen mit blauem Himmel über das große Aquarium mit über 100 verschiedenen Arten (großen, wie sollte es auch anders sein) Fischen bis hin zu den vielen Statuen, Brunnen etc. Danach wollte ich mir eigentlich noch den botanischen Garten im Bellagio und Fontänen im Planet Hollywood anschauen, aber meine Füße und Rücken taten bereits weh, ich hatte schon etwa 10km Wandern hinter mir und der Rückweg mit Fremont St stand ja auch noch an. Also bin ich nur noch ins 'Flamingo' und habe gleichnamige Vögel betrachtet (und fotografiert) und bin dann wieder Richtung Norden losgewandert. Unterwegs wurde ich zum ca. 5x gefragt, was ich denn an der Wade hätte (Amis sind da viel interessierter als die Deutschen ;) oder zumindest haben sie keine Hemmungen zu fragen, selbst Autos haben schon neben mir angehalten, weil die Insassen so neugierig waren, was das denn sei (für alle, die nicht wissen, wovon ich spreche: bis abends hatte ich ein rotes Kinesiotape gegen meine Achillessehnenbeschwerden an meiner rechten Wade, die Beschwerden sind nun zwar noch nicht weg, aber das Tape war ziemlich 'fertig'). Gefühlte Stunden später (es war nun auch schon 21 Uhr) kam ich am Art District 18b (18 Blocks) an. Nun war es nicht mehr weit und ich war endlich in Downtown Las Vegas. Ich sah schon aus der Entfernung die vielen Lichter, LEDs, Leuchtschilder blinken. Aber dort angekommen entpuppte es sich als echter Wahnsinn. Wie so vieles hier in Vegas. Der 'LED-Himmel' war riesig, mehrere hundert Meter lang, an jeder Ecke spielten Live Bands, es gab Showacts, viele verkleidete Straßenkünstler und - zu meiner Freude - Spraydosen-Künstler. Das ganze Flair war viel angenehmer als am überlaufenen Strip, die Leute waren gut drauf, sangen kräftig mit und feierten einfach nur. Ich stand eine Weile bei den Spraydosen und schaute, wie die Künstler ein Bild nach dem anderen fertig stellten, einfach nur faszinierend! Leider brannten meine sonnengepustelten Waden immer mehr und mein Rücken fühlte sich an, als würde er durchbrechen. Also machte ich mich gegen 22:45 Uhr auf den Weg zur nächsten Bushaltestelle. Als ich 200m entfernt an der Ampel warten musste, sah ich, dass der Bus gerade hielt. Mist, der nächste würde sicher wieder ewig auf sich warten lassen. Ich beeilte mich also nicht, Richtung Haltestelle zu kommen, aber der Bus fuhr und fuhr nicht los. Okay, also versuchte ich, so gut es mit den Schmerzen ging, zu laufen und der Busfahrer wartete auch wirklich :) Ich stieg ein und mir wurde zugleich das Übliche 'Hey, how ya doin'?' vom Busfahrer entgegengeschmettert. Eigentlich will es niemand so wirklich wissen, aber egal. Als nächstes bekam ich von dem daneben stehenden Fahrgast zu hören: 'Hey, I saw you runnin' this morn'!' Ah ja, echt? Ist ja nicht so, dass wir gerade mehr als 15km von dort, wo ich laufen war, weg waren und ich auch um die frühe Uhrzeit nur ca. 5 Menschen begegnet war. Okay, ich erinnerte mich nicht. Aber er meinte gleich, mir erzählen zu müssen, dass ich schrecklich gehechelt hätte... na danke :D Danach folgte zum Glück ein wenig Small Talk darüber, was ich hier mache, wie mir Las Vegas gefällt und dann suchte ich mir einen Sitzplatz. Endlich sitzen! Leider war die Klimaanlage auf 'eiskalt' gestellt. Und so begann ich kurz danach richtig zu frieren. Bei gefühlten 5 Grad mit kurzer Hose und Shirt rumzusitzen, ist einfach nur schrecklich kalt. Leider dauerte dieser Zustand etwa 40min an, bis ich endlich an meiner Haltestelle angekommen war. Und dabei stiegen um diese Uhrzeit nur wenige Leute aus oder zu und wir hielten selten, ansonsten wären wir sicher eine volle Stunde unterwegs gewesen. Einer der zustieg (und auch vor mir wieder ausstieg) war ein Mittzwanziger mit Rad (die Räder werden vorne vor dem Bus auf eigens dafür montierte Radständer gestellt). Und das war meine nächste merkwürdige Begegnung. Nicht nur, dass sich in dem Bus einer von Millionen von Menschen, die sich zur Zeit in dieser Stadt befinden, war, der mich beim Laufen beobachtet hatte, nein, eben jener Mittzwanziger mit Rad hatte bereits 7,5 Stunden zuvor mit mir im Bus gesessen und nun saßen wir wieder im gleichen Bus. Weird!!!
Kurz vor Mitternacht kam ich dann endlich am Hotel an und war fix und alle. Ich wollte nur noch ins Bett (deswegen der Blog auch mit 1 Tag Verpätung!)

     

04.09.2011
Und wieder neigt sich ein heißer Tag dem Ende zu. Es ist nun 18:45 Uhr und es sind 'nur' noch 37 Grad. Die 40 haben wir heute überschritten, aber so heiß wie gestern war es nicht. Oder vielleicht lag es auch einfach daran, dass ich schon um 6.30 Uhr aufgestanden bin und dann um 8 Uhr auf dem Rad saß. Im Gegensatz zu gestern, als ich erst mittags los bin. Und im Gegensatz zu gestern, als ich die Wettkampfradstrecke abgefahren bin und mir nur 2 Radfahrer begegnet sind, habe ich heute mindestens 20 Radler auf meinem Weg zum Hoover Dam getroffen. Vielleicht war es heute auch entspannter aufgrund der vielen Stopps. Ich wollte nicht wieder soooo dehydrieren wie gestern, also hab ich bereits vor dem Wendepunkt an einer Tanke nachgefüllt. Zu dem Zeitpunkt, nach gerade mal 40km, waren meine Wasserflaschen zwar auch schon warm, aber noch trinkbar. (Annähernd so heiß wie gestern wurde die Flüssigkeit erst so gegen 11 Uhr / 11.30 Uhr. Tolle Aussichten für den Wettkampf in einer Woche, da bin ich gerade wohl auf den letzten Rad-km und darf mich auf das Laufen freuen :D Aber es soll ja die nächsten Tage 'kühler' werden. Nur noch so um die 36 Grad. Vorhin beim Einkaufen habe ich erfahren, dass der August in Las Vegas Rekord-Hitze hatte. Der wärmste August seit Wetteraufzeichnungen. Na, was ein Glück, dass wir den Wettkampf erst im September haben ;) Aber nun weiter zu meinem Sightseeing-Radel-Bericht.) Am Hoover Dam angekommen hab ich mir wirklich viel Zeit gelassen, anhalten, Fotos machen, weiter rollen, anhalten, Fotos machen, ... Muss ja auch mal sein. Auf dem Rückweg wieder angehalten, einen Aussichtspunkt auf den Lake Mead wollte ich mir auch noch anschauen. Ein netter Ami fragte dann auch, ob er ein Bild von mir mit meinem Rad machen solle. Ich habe noch gar nicht in mein Handy geschaut, ob das was geworden ist. Wenn ich dann endlich mal die Fotos runterlade, gibts dann auch erste visuelle Eindrücke zu meinem Blog. Der Rückweg verlief dann recht ruhig, mal von erneutem Nasenbluten abgesehen. Auf dem Hinweg hatte ich kurz Begleitung von einem 'Local', der mit seinem Kumpel, der etwas zurückhing, seine sonntägliche Runde drehte und mir erzählte, wie kühl es doch heute sei, verglichen mit den letzten Sonntagen. Yay!!! Als ich dann auf dem Rückweg wieder auf die Wettkampfstrecke bog und den Anstieg in Richtung Lake Las Vegas nahm, fuhr ein Auto langsam an mich heran. Ich schaute zur Seite und die beiden Radfahrer riefen mir schon zu: 'Looks like your winning!' Fragt sich nur, ob sie meinten, dass ich den Berg bezwinge oder Sonntag das Ding klarmache ;) Wohl eher ersteres. Obwohl mein kurzzeitiger Begleiter schon den 'Helm' vor mir ziehen wollte, weil ich Triathlon mache und das für ihn, etwas fülliger, schon ziemlich beeindruckend war.
Zurück in meiner Unterkunft, schnell geduscht und dann los, was Essbares auftreiben. Mein Magen hatte schon die letzten Meter auf dem Rad geknurrt. Merkwürdig, denn tags zuvor hatte ich aufgrund der Hitze gar keinen Hunger.
Ich beschloss also, zum nächstgelegenen, ca. 3km entfernten Supermarkt zu wandern, einzukaufen und, damit die Sachen bei der Hitze nicht verderben, mit dem Bus wieder zurück zu fahren. Im Supermarkt war es sehr angenehm kühl. Zunächst bot mir eine Mitarbeiterin an, frisch aufgeschnittene Melone zu probieren. Wie sich herausstellte, war sie 'Deutsche', zumindest ihre Eltern. Sie selbst konnte bruchstückhaft Deutsch, aber war bemüht. Sie fragte, ob ich mit einer größeren Reisegruppe unterwegs sei, denn ca. 20 Deutsche seien heut schon da gewesen... (hmmm, erste Triathleten, die einfallen??). Und dann erzählte sie weiter... ihre Eltern waren es gewesen, die den allerersten VW in die USA gebracht hatten.... und sie erzählte immer weiter, aber meine Gedanken schweiften etwas ab. Ich hatte meinen Einkaufswagen etwas abseits stehen lassen, da stand er nun ca. 5min unbeaufsichtigt und was tat ein anderer Mitarbeiter. Er schob ihn vor sich her und lud jedes einzelne, von mir eingeladene Teil wieder aus. Wow!! Na gut, ich schnappte mir einen neuen Wagen und lud - ganz unauffällig - die gleichen Teile wieder ein... An der Kasse machte ich die nächste Bekanntschaft mit einer Deutschsprechenden. Diese konnte es ganz gut, hatte allerdings keine Verwandtschaft in Deutschland, sondern im Süden einen Freund. Es stellte sich heraus, dass der Süden Wolfsburg war. Okay :) Beim Bezahlen kam dann das Erwachen: $60,20 für ein bisschen Obst, Salat und 3 Fertiggerichte, die ich in ihrer Verpackung in der Mikrowelle erhitzen kann. Was anderes geht in meiner Wohnung und Töpfe und Teller ja schlecht und immer Essen gehen ist auch ziemlich teuer und wenn ich vom Radeln zurück komme, hab ich Hunger und will nicht erst noch irgendwo hingehen. Nachdem ich also viel Geld für relativ wenig Lebensmittel losgeworden war, ging ich zur Bushaltestelle. Die 30min Rückweg zu Fuß wären für meine Tiefkühlkost sicher zum Verhängnis geworden. Es war einfach so heiß, dass nicht mal Wind angenehm ist, denn der ist auch einfach nur unerträglich heiß. Ich wartete also auf den Bus. Wann der kommt, weiß man ja nie so genau. Ich hoffte nur, es würde nicht allzu lange dauern. Naja, nach 30!! min kam er dann auch. Endlich! $2 für die Tour und dann noch den Weg zurück zum Hotel. Insgesamt ging das auch nicht schneller als zu Fuß, aber an der Haltestelle stand mein Essen wenigstens im Schatten.
Und seitdem ich zurück bin, surfe ich nur im Internet. Der kleine Pool des Hotels war vorhin total überfüllt, dabei müsste ich endlich mal wieder schwimmen. Wenn das so weitergeht, hab ich das bis Sonntag verlernt :( Und Laufen war ich hier auch noch nicht wirklich, sieht man von dem einen Lauf am ersten Abend ab, als ich 30min nur etwas die Beine nach dem Flug gelockert habe. Aber für morgen früh plane ich, mal wieder die Schuhe zu schnüren.
So, das war es mal wieder von mir!
Liebe Grüße aus der glühenden Hitze,
Dana

              


03.09.2011

Wieder nach 6 Stunden Schlaf wach geworden. War dann heut radeln, nun ist 20:45 Uhr und ich muss gleich ins Bett. Das war hart! Habe leider nicht herausfinden können, wie heiß es heute war, aber es war unerträglich. Viel wärmer als die letzten beiden Tage. Und in der Wüste sicher noch mal min. 5 Grad mehr als in der Stadt. Mit 3 Wasserflaschen auf dem Wegstück entlang des Lake Mead war es richtig hart. Das Wasser in den Flaschen hat gekocht, ich hab mich fast verbrannt und es war untrinkbar... aber musste ja irgendwie rein. Es ist so heiß, dass es einfach keine einzige Schweißperle gibt. Verdunstet sofort! Man verliert unheimlich viel Schweiß und merkt es nicht, da man nicht schwitzt (außer, wenn man mal anhält und dann ist es richtig unerträglich, deswegen auch nur an einer Stelle kurz mit dem Handy 3 Fotos geschossen und sonst bloß nicht anhalten!). Und man hat permanent einen trockenen Mund. Immerhin hat mein Sonnenschutz 50+ guten Dienst geleistet und so bin ich wenigstens ohne Verbrennungen durchgekommen. Dennoch waren das definitiv die heißesten und härtesten 120km meines Lebens! So hart! 4 1/2 Stunden habe ich gebraucht, gerade mal ein 26er Schnitt, aber mehr ging nicht! Als ich dann endlich wieder in der Zivilisation war, hab ich mich an der erstbesten Tanke mit kühlen Getränken eingedeckt. Da war mir der Preis für die Getränke dann auch egal! Die Radstrecke ist super schön, zumeist wellig, ein paar kurze Anstiege. Super zeitfahrradtauglich und müsste mir eigentlich liegen, ABER es ist HEIß! Gefühlte 55 Grad heut in der Wüste aufm Rad. Dachte, ich überleb das nicht. Es gibt einfach nur Straße, Hitze und Sonne. Kein Kiosk, keine Tanke, NICHTS und 3 Radflaschen reichen da einfach nicht (insbesondere dann nicht, wenn das Wasser untrinkbar HEIß ist). Das waren die härtesten 120km meines Lebens!!! Völlig fertig :D
Die Eventlocation ist noch nicht auszumachen. Leider wussten die an der Information im Lake Las Vegas Resort nichts über den Triathlon (außer, dass da wohl was stattfinden soll). Also erst mal noch keine Infos. Der See sieht aber echt schön aus! Morgen möchte ich dann noch mal mit dem Rad los, Hoover Dam anschauen (musste für meine Rad als ich in das Lake Mead Naturschutzgebiet bin ein 7-Tages-Ticket lösen, also ausnutzen!) Leider ist die Anfahrt bis zu der Wettkampfstätte knapp 20km von meinem Hotel entfernt. Für den Wettkampf muss ich mir noch was überlegen. Sieht danach aus, dass ich mir nächste Woche das noch einen Mietwagen zulegen muss... für Einchecken, Wettkampftag...
Merkwürdigerweise bekomme ich bei den Temperaturen jeden Tag Nasenbluten, hab ich zuhause schon seit vielen Jahren nicht mehr gehabt.
Fotos folgen demnächst. Will gerade nur noch ins Bett...




02.09.2011

Es ist nun 23:42 Ortszeit und ich werde gleich mal duschen und schlafen. Bin seit einer Stunde zurück, war seit 10 Uhr morgens unterwegs. Wollte eigentlich kurz Frühstück und Trinken einkaufen, dann Rad zusammenschrauben, dann radeln.
Der nächste Shop war allerdings 3km weg und dann dachte ich, wenn ich schon mal so weit bin, kann ich ja gleich weiter bis zum Strip und bissl
Sightseeing machen und nachmittags radeln. Allerdings war ich 3,5 Std zu Fuß unterwegs, bis ich den Strip erreicht hab. Hab dabei 6x bei Shops/Tanken Halt gemacht, um neues Wasser zu kaufen. Liege heut insgesamt bisher so bei 8-10 l :D Naja, bin auch hochgerechnet ca. 20-25km gegangen :D und das bei knapp 40 Grad. Diese trockene Hitze ist echt merkwürdig, verdunstet sofort, ohne dass man irgendwie Schweiß bildet. Eigentlich ganz angenehm, aber dadurch ists schwieriger den Körper runterzukühlen, weil halt kein Schweiß. Für den Wettkampf muss ich mal schauen, ob ich irgendwo noch was Langärmliges, Dünnes, Weißes finde, was ich dann immer anfeuchte, damit ich gekühlt werde. Diese Shirts sind hier echt angebracht! Jetzt weiß ich auch, wieso die entwickelt wurden.
Heute also aufgrund der Fehlplanung kein Sport. Morgen früh werd ich dann gleich mal das Rad zusammenschrauben und Richtung Lake Las Vegas, Lake Mead los. Sightseeing mit dem Rad in die andere Richtung. Heute habe ich schon einen (!!) Radler mit Zeitfahrrad gesehen. Der kam mir entgegen, hat wohl sein Hotel am Strip. Der Strip ist von mir ca. 10km weg, genauso wie die Eventlocation, liege also im Middle of Nowhere. Auf dem Rückweg bin ich allerdings nicht 3,5 Std gelatscht, sondern habe für die Tropical Road einen Bus genommen, kostet 2 Dollar und man darf so weit wie man will drin bleiben, die Straßen sind ewig lang (bis 8000 Hausnummern)  und gehen immer schnurgeradeaus. Und irgendwann steigt man dann aus. Ich also an der Haltestelle Boulder Highway. Die 3-4km bis zum Hotel bin ich dann zu Fuß gegangen. Denn es gibt keine Fahrpläne und man wartet an der Haltestelle einfach immer, bis der Bus mal wieder rumkommt. Fährt die (elend lange Straße, so 10km) ja immer nur hoch und runter und so eine Straße kostet halt die 2 Dollar. Wäre also vom Flughafen 4 Dollar gewesen, naja, aber dann weiß man halt nicht, wie ewig man warten muss und für den Service war das Taxi schon nett. Aber ok, 61 Dollar mehr ist natürlich heftig. Wobei ich nicht weiß, ob man sone riesen Radbox mit in son Bus nehmen darf... wenn ich Dienstag nachm WK genügend Zeit bis zum Abflug hab, versuch ichs einfach mal, notfalls halt doch noch Taxi rufen...
Naja, der Strip ich ECHT beeindruckend. Die Hotels sind riesig. Jedes einzelne wie das Schloss in BS oder in Hannover am Bahnhof dieses neue Einkaufscenter. Und es gibt überall drinne viele Läden, Restaurants, mehrere Bars, Diskotheken und UNENDLICH viele Spielautomaten, Roulette, Poker, und was weiß ich, wie das alles heißt Tische. Es ist echt der Wahnsinn. Ich kann das gar nicht beschreiben, es ist einfach nur GROß!!! Von einem Eiffelturm-Nachbau, über die Freiheitsstatue, über Madame Tussauds Wachskabinett gibt es echt alles in (kleinerem) Nachbau. Und Attraktionen an jeder Ecke. Fängt mit unzähligen Straßenkünstlern an, geht über Live-Acts in den Hotels weiter und dann natürlich noch die Riesen-Fontäne beim Bellagio, die Piratenaufführung mit Schiff beim Treasure Island, illuminierte Wasserspiele, explodierende Vulkane und ich weiß schon gar nicht mehr, was noch alles. Habe nur einen Bruchteil gesehen, da braucht man sicher 2 Wochen um ansatzweise einen Überblick zu bekommen. Und abends gibt es Shows ohne Ende, von Copperfield über Bee Gees Imitate, die Blue Man Group etc, etc. In jedem Hotel gibt es mehrere Veranstaltungen, Theater, Kinos, ...
HAMMER!!! Und MENSCHEN, unzählige, 100.000e, Millionen, es ist sooo voll überall, dabei ist alles so riesig und trotzdem Gedränge. Die Hotels haben
sicher 10.000e von Zimmern und sind sicher ausgebucht oder nahezu. Alles ist hier einfach nur groß und übertrieben... interessant, das mal gesehen zu haben, aber am Strip zu wohnen, wäre mir wohl zu stressig. Mind. einmal muss ich dennoch hin. Habe etwa nur die Südhälfte geschafft, der ganze Norden fehlt noch mit Fremont St. Und nach Sam's Town muss ich auch noch. Gibt also viel zu besichtigen.
Sooo, nun ist schon nach Null Uhr, ich muss immer noch duschen und werd grad echt müde! Aber in die Richtung reisen ist echt super. 9 Std
Zeitverschiebung und Null Jetlag. Letzte Nacht konnte ich allerdings erst so gegen 0 Uhr einschlafen (nachdem ich dann 26 Std am Stück wach war und gegen 5 konnte ich nicht mehr schlafen, dann eine Stunde wach gelegen und dann noch mal 3 Std geschlafen. Immerhin insg 8 :)




01.09.2011

Angekommen in der Stadt mitten in der Wüste. Erster Eindruck: Selbst bei Dunkelheit ist es noch wahnsinnig warm. Außerdem sind Taxis nicht so günstig, wie in den Reiseführern behauptet wurde. Mein Hotel liegt nicht am Strip, sondern etwa 10km außerhalb am Boulder Highway. Die Fahrt hat mich $65 gekostet. War dafür aber recht nett mit dem äthiopischen Taxifahrer und sehr entspannt. Würde sagen, dass Geld war es wert, auch wenn mich öffentliche Verkehrsmittel nur einen Bruchteil gekostet hätten. Aber wer hat nach 20 Stunden reisen noch Lust auf Umsteigen und Warten auf Anschlussbusse.
Mein Apartment ist groß, es gibt einen riesigen Ami-Kühlschrank, einen riesigen Herd, eine Mikrowelle, aber: keinen Toaster und KEIN Geschirr, keine Töpfe, kein Besteck, nichts?! Also doch nicht selbstverpflegen, außer ich kaufe noch Teller und Töpfe :D

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